HOME
Uni-Bayreuht Home

Grußwort des Bayerischen Ministerpräsidenten

 

Dr. Edmund Stoiber

Die Teilnehmer am Deutschen Geographentag 2007 heiße ich in Bayern herzlich willkommen. Gerne habe ich die Schirmherrschaft über dieses Ereignis übernommen, weil ich damit meine Wertschätzung für die wissenschaftliche und praktische Arbeit der Geographen ausdrücken will.

Die Festspielstadt Bayreuth hat schon viele Premieren gesehen. Mit dem Gesamt-Geographentag erlebt sie eine ganz besondere. Auf ihm treffen sich die bisher getrennt tagenden Vertreter der Wissenschaft, der beruflichen Praxis in Verwaltung und Wirtschaft sowie der Schule zu einer gemeinsamen Veranstaltung. Die Zusammenführung aller mit Geographie befassten Gruppen verspricht eine umfassende Auseinandersetzung mit den angesprochenen Problemen, eine engere Vernetzung der Geographen und eine verstärkte Resonanz in der Öffentlichkeit.

Wegen seines Schwerpunktthemas „Umgang mit Risiken: Katastrophen – Destabilisierung – Sicherheit“ verdient der Deutsche Geographentag 2007 besondere Aufmerksamkeit. Die Bayerische Staatsregierung ist sich der Tragweite des Themas bewusst. Uns ist zwar klar, dass es niemals einen allumfassenden Schutz gegen Unglücksfälle und Katastrophen geben kann, im Rahmen der allgemeinen Daseinsvorsorge werden wir jedoch weiterhin alles in unserer Macht Stehende tun, um unser Land zu schützen und Risiken für unsere Bürgerinnen und Bürger zu minimieren. Der forcierte Ausbau des Hochwasserschutzes zählt ebenso dazu wie die Bevorratung von Medikamenten mit Blick auf eine mögliche Grippepandemie, um nur zwei Beispiele von vielen zu nennen.

Ich freue mich, dass sich der Kongress in Bayreuth zudem Themen mit regionalem Bezug annimmt. Die Globalisierung und die Öffnung der Grenzen nach Osten stellen Oberfranken und den gesamten Freistaat vor große Herausforderungen. Die Bayerische Staatsregierung hat deshalb die Wahrung der Zukunftschancen des früheren Grenzlands und die Entwicklung des ländlichen Raumes zu Schwerpunkten ihrer Arbeit gemacht. Ich bin überzeugt, dass der Geographentag wichtige Impulse geben wird, die diese Anstrengungen unterstützen.

Die hochgradige Spezialisierung der Wissenschaften in der modernen Welt hat der Menschheit eine ungeheure Fülle von wertvollen Detailkenntnissen beschert. Wir brauchen aber auch eine Synthese und den Blick für Zusammenhänge. Interdisziplinäres Denken ist deshalb heute in allen Wissenschaften eine Notwendigkeit. Für die Geographen ist dieser Ansatz seit jeher selbstverständlich. Sie schlagen in ihrem Fach auf beeindruckende Weise Brücken zwischen Naturwissenschaft und Technik einerseits sowie Sozial-, Wirtschafts- und Kulturwissenschaften andererseits. Sie schärfen das Bewusstsein von der Komplexität der Welt und lehren vernetztes Denken. Das macht ihre Arbeit so interessant, anregend und für die öffentliche Diskussion so wertvoll. In diesem Sinne wünsche ich dem Deutschen Geographentag 2007 in Bayreuth einen rundum gelungenen und nachhaltig fruchtbaren Verlauf.

Dr. Edmund Stoiber
Bayerischer Ministerpräsident