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LT CB.1: Zweite demographische Transition und soziale Sicherung

Montag, 01.10.2007: 13:30-16:30 Uhr, Audimax

Franz-Josef Kemper (Berlin)
franz-josef.kemper@geo.hu-berlin.de
Gabi Tröger-Weiß (Kaiserslautern)
troegerw@rhrk.uni-kl.de


Die Vorstellung, dass eine Bevölkerung zu einem demostatistischen Gleichgewicht tendiere, die dem ersten demographischen Übergang zugrunde liegt, wurde mit dem Modell der zweiten demographischen Transition aufgegeben. Es ist längerfristig mit einer Fertilitätsrate zu rechnen, die deutlich unter der Bestandserhaltung liegt. Aus demographischer Sicht ergeben sich daraus vor allem drei Konsequenzen. Am wichtigsten ist wohl die Alterung der Bevölkerung, die auch in regionaler Perspektive mehr oder weniger alle Gebiete eines Landes wie Deutschland betrifft. Eine zweite Konsequenz ist die Schrumpfung der Bevölkerung, die sich in der nächsten Zeit vor allem in bestimmten Landesteilen ausweitet. Drittens sind Zuwanderungen als potenzieller Wachstumsfaktor zu berücksichtigen. Es besteht in Deutschland zwar darüber Einigkeit, dass ein realistisches Ausmaß von Zuwanderungen den Prozess der Alterung nicht aufheben, sondern nur abschwächen kann, doch können Migrationen durchaus Defizite in bestimmten Bereichen (Humankapital, Familiengröße) abmildern. Das wird allerdings eine stärker aktive Zuwanderungsteuerung und -politik voraussetzen, als sie bislang vorliegt.

Die demographischen Prozesse von Alterung, Schrumpfung und Migration haben eine Vielzahl von sehr bedeutsamen sozialen und ökonomischen Auswirkungen. Auf der einen Seite gibt es Konsequenzen, die gesamtgesellschaftlich zu lösen sind. Hierzu zählen vor allem die Krisen der sozialen Sicherungssysteme (Renten, Krankenversicherung etc). Diese Krisen mögen sich zwar regional unterschiedlich auswirken, doch sind solche Fragen den geographischen Forschungsfeldern relativ fern. Dagegen gibt es auf der anderen Seite Konsequenzen in Bereichen wie Wohnungswesen, Infrastruktur, Versorgung, Siedlungssystem, die explizit mit räumlichen Problemlagen verbunden sind und für die Forschungsleistungen der Geographie (und verwandter Disziplinen) von großer Bedeutung sein sollten.

Ich schlage deshalb vor, den Fokus der Sitzung auf den zweiten Bereich zu legen. Konkret habe ich ein Programm für 4 Vorträge entworfen. Nach einem ersten Vortrag, der einen allgemeinen Überblick in die regionalen Auswirkungen des demographischen Wandels (besonders Alterung und Schrumpfung) gibt und Konsequenzen für die räumliche Planung diskutiert, sollen sich zwei sozialgeographische Fallstudien mit Auswirkungen von Alterung beschäftigen, im Hinblick auf Binnenwanderungen, Wandel von Generationen, Wohnungswesen und Viertelsentwicklung. Ein vierter Vortrag sollte sich mit jüngeren Veränderungen der Migrationspolitik und Zuwanderungsgruppen beschäftigen.

13:30-13:35 UhrEinführung durch die Sitzungsleitung
13:35-14:00 UhrSimon Hennchen (Berlin): Demographischer Wandel, Wettbewerb und regionale Gestaltungsfähigkeit

Behandelt werden Zusammenhänge zwischen demographischem Wandel, ökonomischen Chancen und Wettbewerbsfähigkeit von Regionen. ...mehr
14:00-14:25 UhrCaroline Kramer (Heidelberg) und Carmella Pfaffenbach (Aachen): Der demographische Wandel und die Rolle der Generation 50plus. Auswirkungen auf die Raumstrukturen einer Großstadtregion am Beispiel von München

Untersucht werden zukünftige Ansprüche und räumlich-soziale Handlungskontexte einer "anderen" Senioren-Generation. ...mehr
14:25-14:45 UhrDiskussion
14:45-15:10 UhrPause
15:10-15:35 UhrOlaf Schnur (Berlin): Auswirkungen der demographischen Alterung auf die Entwicklungschancen typischer Wohnquartiere in stagnierenden und schrumpfenden Städten Deutschlands

Das Referat zeigt, wie sich demographisch und städtebaulich spezifische Wohnviertel im demographischen Wandel verändern können. ...mehr
15:35-16:00 UhrAnja Reichert (Trier): Sterbende Dörfer. Auswirkungen des demographischen Wandels auf ländliche Siedlungen

Es werden Indikatoren regressiver Siedlungsentwicklung identifiziert und Wirkungsgefüge der Schrumpfungsprozesse analysiert. ...mehr
16:00-16:20 UhrDiskussion
16:20-16:25 UhrRésumé durch die Sitzungsleitung
16:25-16:30 UhrWechselzeit


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