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LT AC.1: Frühwarnsysteme im Erdmanagement

Dienstag, 02.10.2007: 08:30-11:30 Uhr, H 15, NW I

Hans Stötter (Innsbruck)
Hans.Stoetter@uibk.ac.at
Martin Coy (Innsbruck)
martin.coy@uibk.ac.at


Jedes Jahr neue Katastrophenrekorde! - In zunehmendem Maße wird erkannt (wahrgenommen) und akzeptiert, dass das System Erde vielfältigen und tief greifenden Prozessen der Veränderung unterliegt ~ Veränderungen, die ihren Ursprung sowohl im Naturraumsystem als auch im komplexen Wirkungsgefüge sozialer und wirtschaftlicher Systeme haben.

Während bei den Klimafolgenprozessen die Veränderung der Frequenz-Magnitude-Beziehung vielfach eine Zunahme des Gefahrenpotenzials nach sich zieht, ist auf Seite der Gesellschaft verstärkt mit erhöhten Schadenpotenzialen und veränderter Vulnerabilität zu rechnen. Katastrophen sind also oftmals nicht monokausale Erscheinungen, sondern das Resultat multipler Wechselwirkungen und Rückkopplungen.

Das frühzeitige Erkennen von Katastrophen, der Versuch, sie zu verhindern bzw. ihre Schadensfolgen zu minimieren, setzt folglich eine integrative, alle relevanten Aspekte berücksichtigende Auseinandersetzung voraus. Im Sinne des Gedankens einer geographischen Mensch/Gesellschaft-Umwelt Interaktion ist die Erde als holistisches System bzw. sind Teile davon als holistische Systeme zu verstehen.

Diesem ganzheitlichen Denkansatz wird inzwischen auch im Rahmen der Forschungsprogramme zum Globalen Wandel Rechnung getragen. Spielte in drei von vier der ursprünglichen Global Change Forschungsprogrammen der Mensch bzw. die sozioökonomischen Aspekte nur eine untergeordnete Alibirolle, so hat sich durch die Formulierung der sog. Earth System Science Partnership im Zuge der Global Change Open Science Conference in Amsterdam der Fokus ganz klar in Richtung Mensch verändert.

In diesem Sinne können Frühwarnsystem nur funktionieren, wenn sie sowohl die potenziell Schaden bringenden Prozesse, egal ob es ökologische, soziale, ökonomische oder politische Prozesse sind, als auch die Entwicklung potenziell gefährdeter Objekte und Subjekte überwachen. Neben der Unterscheidung nach der Prozessart sind Raum- und Zeitdimension weitere Kategorien zur Differenzierung.

Je nachdem, ob es sich um potenzielle Katastrophen in globalem, regionalen oder lokalen Maßstab handelt, ob die Katastrophe schleichend, mit langer Vorlaufzeit oder als kurzer eventartiger Impuls auftritt, müssen die Systeme unterschiedlich konfiguriert sein. Zum Erfolg wird eine noch so gute und gezielte Früherkennung aber erst, wenn auch die Kommunikation und Zielgruppen orientierte Adressierung der Information funktioniert.

Aus diesen Aspekten leiten sich die im Zuge der Leitthemensitzung diskutierten Fragenkomplexe ab:

  1. Monitoring von Naturgefahrenpotenzialen im Geosystem

  2. Monitoring von Konzentrationen des Schadenspotenzials in Megacities

  3. Konzeption von Frühwarnsystemen bei humanitären Katastrophen

  4. Kommunikation von Frühwarnungen im Erdsystem Management

08:30-08:35 UhrEinführung durch die Sitzungsleitung
08:35-09:00 UhrWolf R. Dombrowsky (Kiel): Frühwarnung als soziale Voraussetzung für Gefahrmanagement

Der Erfolg einer Warnung hängt von der Wahrnehmungs-, Verarbeitungs-, und Umsetzungskompetenz bei den Empfängern ab. ...mehr
09:00-09:25 UhrWolfram Mauser (München): Nutzen der Fernerkundung bei Naturkatastrophen

Moderne Fernerkundungsdaten und -methoden leisten einen wesentlichen Beitrag zur Frühwarnung. ...mehr
09:25-09:45 UhrDiskussion
09:45-10:10 UhrPause
10:10-10:35 UhrThomas Schaef (Eschborn): Frühwarnung - Ein Beitrag zur Katastrophenvorsorge in "Entwicklungsländern"?

Frühwarnung in der Entwicklungszusammenarbeit bedarf angepasster und ganzheitlicher Konzepte. ...mehr
10:35-11:00 UhrEric Veulliet (Innsbruck): Frühwarnsysteme als Instrument des alpinen Risikomanagements - Fallstudie: Hochwasserprognose für den Tiroler Inn

Das Hochwasserprognosesystem für den Inn trägt als Frühwarnsystem zu einer Verbesserung der Risikosituation bei. ...mehr
11:00-11:20 UhrDiskussion
11:20-11:25 UhrRésumé durch die Sitzungsleitung
11:25-11:30 UhrWechselzeit


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