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AK 13: Neue Agrargeographie als Teil des sozial-ökologischen Forschungsansatzes

Samstag, 29.09.2007: 14:00-18:00 Uhr

Winfried Schenk (Bonn), Andreas Voth (Vechta) und Thomas Breuer (Bonn)

Achtung!!! Programmänderung!!! Die Sitzung wird nicht in diesem angekündigten Rahmen als eigenständige Sitzung stattfinden, sondern wird im Rahmen der AK-Sitzung "Ländlicher Raum" (AK 04; 29.09.2007; 14.00 - 18.00 Uhr) abgehalten werden!!! Programmänderung!!!Achtung

Spätestens im Sog des „Hightec-Hypes“ der späten 1990er konnte man den Eindruck gewinnen, die Geographie habe den Blick für die Rückbindung sozialer und kultureller Systeme an die klassischen „natürlichen“ Ressourcen weitgehend verloren. Jedenfalls trat die agrarische und forstliche Produktion auch mit Verweis auf ihren geringen Beitrag zum Bruttosozialprodukt vollkommen in den Hintergrund der geographischen Forschung. So wurden die letzten Lehrbücher zum Thema Agrargeographie bereits Ende der 1990er Jahre geschrieben und behandelten schon damals kaum aktuelle Aspekte. Die Autoren des Kapitels „Agrar- und Forstgeographie“ im Lehrbuch „Anthropogeographie“ (Schenk und Schliephake 2005) stellen vor diesem Hintergrund fest: „Damit beginnt sich die Agrargeographie als mehr oder minder fest umrissene Teildisziplin aufzulösen, da sich ihre Fragestellungen mit denen zahlreicher geographischer Teildisziplinen (…) und den Agrarwissenschaften … überschneiden.“ Stehen wir nicht aber nach dem Ende des Hightec-Traums und im Anblick steigender Rohstoffpreise vor einer Wiederentdeckung der Bedeutung ebendieser Ressourcen auch im Sinne von Zugriffsmöglichkeiten und Standortfaktoren? Themenkonjunkturen wie „Weg vom Öl“ (Biokraftstoffe und Nachwachsende Rohstoffe), Agrarreformen, Multifunktionalität der europäischen Landwirtschaft, „Landschaftsverbrauch“, GVO (z.B. „Gentomate“) oder das Staunen über Wüstungserscheinungen in ländlichen Peripherräumen Deutschlands sind doch deutliche Anzeichen dafür, dass agrargeographische Themen wieder an gesellschaftlicher und wissenschaftlicher Relevanz gewinnen. Wir meinen, dass die Geographie darauf mit einer „Neuen Agrargeographie“ reagieren muß, indem sie solche aktuellen Diskurse und Probleme ursachen- und problemorientiert, sowie integrativ aufnimmt und den Versuch von praxisrelevanten Lösungsvorschlägen für unterschiedliche Agrarlandschaften wagt? In Anlehnung an die von Ehlers und Leser 2004 und Ehlers 2005 im oben genannten Lehrbuch geforderte Orientierung der Geographie als Wissenschaft der (regionalen) Mensch-Umwelt-Beziehungen will die Fachsitzung „Neue Agrargeographie“ in diese Richtung Anstöße geben. Dazu werden Vorträge gesucht, die nicht vornehmlich thematisch, sondern konzeptionell im Sinne einer erneuerten Agrargeographie ausgerichtet sind. Ein methodisch-konzeptionelles Dach könnte die soziale Ökologie im Sinne Egon Beckers sein, denn die zu behandelnden Themenfelder erscheinen als Paradigma stark gekoppelter sozial-ökologischer Systeme. Solche Themen sind z.B.
• Landwirtschaft in einer globalisierten Welt
• Landwirtschaft und Klimawandel
• Politische Maßnahmen auf der EU-Ebene und deren räumliche Wirkungen in den Agrarlandschaften
• 2. Säule der Agrarpolitik: Entwicklung des Ländlichen Raumes
• Landwirtschaft als Rohstofflieferant: Nachhaltiger Anbau von Nachwachsenden Rohstoffen
• Landwirtschaft und Umwelt
• Auswirkungen biologisch-technischer Entwicklungen

Zu einem ersten Gedankenaustausch wollen wir (Prof: Schenk (Bonn), PD Voth (Vechta) und Thomas Breuer (Bonn)) im Rahmen eines Workshops am Geographentag in Bayreuth einladen. Beginnend mit einem Impulsreferat soll eine erste Diskussionsrunde mit Interessierten stattfinden.



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