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AK 20: AK Naturgefahren/Naturrisiken: Extremereignisse in Umwelt und Gesellschaft

Donnerstag, 04.10.2007: 14:00-18:00 Uhr, S 82, NW II

Carsten Felgentreff (Osnabrück) und Thomas Glade (Bonn)

Gerade die letzten großen Naturkatastrophen – der Tsunami im Indischen Ozean Dezember 2004, des Erdbebens in Pakistan Februar 2005-, Hurrikan Katarina in den USA August 2005 und der Bergsturz auf den Philippinen Februar 2006 – zeigten uns, dass Gesellschaften sich lösen müssen von der Vorstellung, dass Naturgefahren vorhersehbar und in ihren Konsequenzen abschätzbar seien. Die jüngsten Erfahrungen zeigen erneut, dass die von der Eintrittswahrscheinlichkeit her seltenen Extremereignisse besonders schadensträchtig sind. Sturzfluten an Wildbächen und ähnliche, räumlich eng begrenzte Ereignisse geraten neben solchen „Megaevents“, fast in Vergessenheit. Für die Geschädigten sind solche Ereignisse nichts desto trotz von katastrophalem Ausmaß. Mehr noch: Im Zuge der immer schneller voranschreitenden globalen Verflechtungsbeziehungen vermögen auch kleinräumige Schadensereignisse weltweite Konsequenzen zeitigen – man denke an den „Ausfall“ eines wichtigen Börsenplatzes oder einer Chip-Fabrik. Sind also einzelne „Events“ so schadensträchtig, weil sie so selten sind? Oder weil man darauf nicht vorbereitet ist, weil das Unwahrscheinliche als undenkbar galt? Was ist ein undenkbares Extremereignis, und für wen? Die Frage, was das Undenkbare für wen und wo ist, soll im Mittelpunkt der Sitzung stehen. Bei natur- und ingenieurwissenschaftlichen Analysen der Gefahrenpotenziale und Risikoberechnungen stehen sicherlich u.a. die Modellierbarkeit und Vorhersagbarkeit mit den Analysen von Unsicherheiten der Konsequenzen solcher Extremereignissen im Vordergrund. Zur Verifizierung und Validierung spielen hierbei klassische qualitative Untersuchungen eine besondere Bedeutung. In den sozial- und geisteswissenschaftlichen Arbeiten stellen sich statt dessen Fragen nach Wahrnehmungsmustern und –barrieren, der Vermittlung von Erfahrungen, der Umsetzung analytischer Einsichten sowie der Kommunikationsstrukturen. Diese ausgewählten Fragestellungen geben nur einen Hinweis auf weitere mögliche Aspekte, die es in dieser Sitzung zu beleuchten gilt. Neben Einzelfalluntersuchungen zu verschiedenen Prozessbereichen oder Gesellschaften sind theoretische und konzeptionelle Beiträge erwünscht. Auch Dimensionen der operativen Ebene und ethische Aspekte, etwa den der internationalen Katastrophenhilfe, sind eingeschlossen.

Programm (pdf)



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