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LT CD.1: Sicherheit ein Thema für den Geographieunterricht?

Dienstag, 02.10.2007: 08:30-11:30 Uhr, H 11, NW I

Birgit S. Neuer (Köln)
b.neuer@uni-koeln.de
Ulrike Ohl (Heidelberg)
u.ohl@ph-heidelberg.de

In Folge der Anschläge des 11.Septembers, des Amoklaufs von Erfurt, der ansteigenden Überwachung des öffentlichen Raumes in den Städten und der Zunahme von Naturereignissen mit verheerenden gesellschaftlichen Auswirkungen sind Fragen zum Thema Sicherheit und Verwundbarkeit in neuer Schärfe aufgeworfen worden. Hierbei wird die öffentliche Diskussion geprägt von einer Verräumlichung von Sicherheit bzw. Unsicherheit, d.h. bestimmte Regionen oder konkrete Orte werden als Risikoräume ausgewiesen.

Sicherheit ist aber nicht nur vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Brisanz ein lohnendes Thema für den Geographieunterricht. Das Thema hat auch ein großes Potenzial, um im Geographieunterricht die gesellschaftliche Konstitution von (Risiko-)Räumen aufzuzeigen. Aktuelle Meldungen über Amokläufe, gefährliche Stadtviertel, Anschläge auf Urlaubsparadiese und "Naturkatastrophen" und die damit einhergehenden Präventionsdiskussionen sind ein Bestandteil der Lebenswelt der Schüler. Der Geographieunterricht hat die Aufgabe das Verstehen dieser Ereignisse zu fördern und die komplexen Hintergründe aufzuzeigen. Je nach Zielstellung kann dabei auf unterschiedliche Forschungsansätze zurückgegriffen werden. Containerräumliches Denken eignet sich z.B. für die Darstellung von statistischen Kennziffern hinsichtlich Sicherheit, wie Tatortdichte oder Erdbebenhäufigkeit. Vor dem Hintergrund von Raum-Lage-Beziehungen können diese sicherheitsspezifischen Kennziffern mit demographischen und sozialen Einflussgrößen verknüpft und diskutiert werden. Die Analyse von Wahrnehmungs-, Handlungs- und Kommunikationsräumen fördert die Erkenntnis, wer unter welchen Bedingungen und aus welchen Interessen bestimmte Orte als Risikoraum deklariert oder gerade nicht deklariert sehen will. Ein Beispiel hierfür ist die aktuelle Diskussion über no-go-areas für WM-Touristen in Deutschland. Die Analyse solcher Kontroversen zeigt den Schülern, dass die Konstitution von "unsicheren" Orten auch ein Ergebnis von sozialen und politischen Auseinandersetzungen ist.

Grundsätzlich eignen sich drei übergeordnete Bereiche für die Bearbeitung des Themas Sicherheit: (a) Neue Formen von kommunaler und regionaler Sicherheitspolitik, (b) Analyse von Diskursen um Sicherheit und Raum und (c) Folgen von Sicherheitsdiskursen für das kommunale Leben. Diese übergeordneten Bereiche dienen als roter Faden für die Leitthemensitzung.

08:30-08:35 UhrEinführung durch die Sitzungsleitung
08:35-09:00 UhrDetlef Kanwischer (Flensburg): Gesellschaft schafft (Un-)Sicherheit! Über neue Perspektiven didaktischen Denkens im Geographieunterricht

Dieser Vortrag stellt neue Perspektiven didaktischen Denkens anhand des Themas (Un-)Sicherheit vor. ...mehr
09:00-09:25 UhrThomas Hoffmann (Karlsruhe/Bühl): (Un)Sicherheit geographisch unterrichten? Gedanken aus schulpraktischer Perspektive

(Un)Sicherheit geographisch unterrichten? Gedanken aus schulpraktischer Perspektive ...mehr
09:25-09:45 UhrDiskussion
09:45-10:10 UhrPause
10:10-10:35 UhrMirka Dickel (Mainz): Anders reisen?! Tourismus zwischen Reisewarnung, Abenteuer und Tragödie

Sehnsucht nach Abenteuer und Sicherheit - Geographiediddaktische Aufgaben angesichts des Dilemmas moderner Touristen. ...mehr
10:35-11:00 UhrAntje Schneider (Jena): Das gute Leben auf dem Lande - Über die Folgen von (Un-)Sicherheitsdiskursen

Zur Produktion von (Un-)Sicherheit im Diskurs über das Ländliche und deren Folgen für die Migrationsbereitschaft. ...mehr
11:00-11:20 UhrDiskussion
11:20-11:25 UhrRésumé durch die Sitzungsleitung
11:25-11:30 UhrWechselzeit


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