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LT AC.2: Naturkatastrophen und Katastrophenvorsorge

Mittwoch, 03.10.2007: 08:30-11:30 Uhr, H 18, NW II

Carsten Felgentreff (Osnabrück)
cfelgent@uos.de
Thomas Glade (Bonn)
thomas.glade@uni-bonn.de

Nicht nur in akademischen Spezialdiskursen, sondern auch von der Öffentlichkeit wird in vielen Gesellschaften immer deutlicher erkannt, dass Naturkatastrophen mitnichten "natürlich" sind. Not, Leid und Verluste bedürfen nicht nur eines Auslösers in Gestalt physischer, der Umwelt zugerechneter Prozesse, sondern gleichzeitig auch katastrophenträchtiger Lebensbedingungen und Strukturen. Dieser so genannten Vulnerabilität gilt in zunehmendem Maße die besondere Aufmerksamkeit gesellschaftsbezogener und naturwissenschaftlicher Hazard- und Katastrophenforschung. Hier ergeben sich eine Vielzahl von Anknüpfungspunkte für Katastrophenvorsorge, die getragen ist von der Hoffnung, reaktiven Aktionismus nach Möglichkeit durch vorausschauendes Tun zu ersetzen. Damit geht es nicht mehr allein um den Wunsch, Umweltbedingungen an menschliche Nutzungsansprüche anzupassen, sondern umgekehrt (auch) Nutzungen und Flächennutzungsansprüche an als schadensträchtig erkannte Umweltbedingungen.

Gerade der Kontrast verschiedener, konkurrierender Paradigmen lässt derzeit mehrere Fragen in den Vordergrund rücken: Wie lässt sich die Veränderung von Vulnerabilität messen, in welchen Maßstäben und Skalen? Welche Ebenen sind dafür geeignet - verschiedene räumliche Ebenen, ökonomische, und/oder soziale Systeme? Wer ist für die Reduktion von Vulnerabilität verantwortlich, der einzelne Betroffene oder der Staat? Können raumbezogene Informationen über schadenträchtige Prozesse im Planungsalltag oder sogar in der öffentlichen Diskussion sinnvoll genutzt werden? Wie können solche Information dabei helfen, gelegentlich anzutreffende Denkblockaden aufzubrechen - erinnert sei beispielhaft an die in Deutschland erbittert geführten Diskussion um Rückdeichungen an Flüssen oder an der Küste? Welchen Einfluss haben Debatten und Fakten zum Klima- und zum globalen Wandel auf Vorsorgebemühungen, sollte den zu erwartenden Phänomenen mit Anpassung oder Vermeidung begegnet werden?

Aus dieser Auswahl von Fragen leitet sich die Schwerpunktsetzung der Leitthemensitzung ab, die auf konzeptionelle wie auf einzelfallbezogene Herausforderungen der Katastrophenvorsorge von morgen abzielen soll. Die Relevanz dieses Forschungsfeldes wird von immer wiederkehrender öffentlicher und politischer Aufmerksamkeit unterstrichen.

08:30-08:35 UhrEinführung durch die Sitzungsleitung
08:35-09:00 UhrJohann Stötter (Innsbruck): Alpine Naturkatastrophen - gestern, heute, morgen

Die Veränderung alpiner Naturkatastrophen inklusive eines Ausblicks in die Zukunft wird diskutiert. ...mehr
09:00-09:25 UhrAchim Daschkeit (Kiel): Küstenschutz und Klimawandel - zur Praxis von Vermeidungs- und Anpassungsstrategien

Anhand von Beispielen aus Europa wird gezeigt, dass Vorsorge und Anpassung eng zusammenhängen und dass das Instrumentarium der marinen bzw. küstenbezogenen Planung immer bedeutsamer wird. ...mehr
09:25-09:45 UhrDiskussion
09:45-10:10 UhrPause
10:10-10:35 UhrJörn Birkmann (Bonn): Aus "Natur"-Katastrophen lernen: Identifikation, Messung und Reduktion von Vulnerabilität

Die Identifikation, Messung und Reduktion der Vulnerabilität von Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt gegenüber Naturgefahren sind ein zentraler Ansatzpunkt für eine nachhaltige Katastrophenvorsorge. ...mehr
10:35-11:00 UhrJürgen Pohl (Bonn): Zur Dialektik der Verantwortung: Schadenbeseitigung und Schadenverhütung als Angelegenheit der Betroffenen und als Aufgabe des Staates

Naturgefahren werden von Akteuren in unterschiedlicher Weise als Kollektiv- oder Individualrisiken erlebt und deswegen kontrovers behandelt. ...mehr
11:00-11:20 UhrDiskussion
11:20-11:25 UhrRésumé durch die Sitzungsleitung
11:25-11:30 UhrWechselzeit


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