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SV 11: Workshop: Das Erdbeben in Kobe. Ein Mystery als Beispiel für den Einsatz konstruktivistisch orientierter Lernmethoden im Geographieunterricht

Dienstag, 02.10.2007: 13:30-16:30 Uhr, S 80, NW II

Leitung:
Gertrude Rohwer (Berlin)
Leon Vankan (Radboud)



Wenn die Schülerinnen und Schüler im Geographieunterricht nicht nur Fachwissen und räumliche Orientierung sondern auch Kompetenzen in den Bereichen Bewertung, Erkenntnisgewinnung, Kommunikation und Handeln erwerben sollen, bietet sich eine methodische Unterrichtsgestaltung an, die den Umgang mit geographischen Informationen und das schlussfolgernde und vernetzende Denken in Alltagszusammenhängen in den Mittelpunkt rückt. Ende der 1990er Jahre wurde von David Leat in Großbritannien unter dem Schlagwort ‚Thinking Through Geography’ ein Unterrichtskonzept entwickelt, das darauf abzielt, an geographischen Inhalten die Denkfertigkeiten und Problemlösefähigkeiten von Schülern zu fördern (vgl. Leat, 1997). Dazu zählen insbesondere Denkstrategien wie Klassifizieren, Ordnen, kausales Denken, Verorten, Planen, Entscheiden und Bewerten. Ein Beispiel für diese Lernmethoden ist die Arbeitsform „Mystery“ .

Mysteries eröffnen die Möglichkeit, den Prozess des Denkens und der alltagsnahen Wissenskonstruktion im Unterricht aufzugreifen und einer systematischen Reflexion zugänglich zu machen. Mysteries bestehen jeweils aus drei Grundelementen:

Die Schüler haben die Aufgabe die Leitfrage zu beantworten, indem sie die Informationskärtchen sinnvoll miteinander in Beziehung setzen. Mysteries behandeln meisten Themen, denen eine gewisse Ambivalenz innewohnt. Am Ende kann es mehr als eine Lösung geben. Dadurch ergeben sich dann interessante Diskussionen bei der Besprechung der Gruppenergebnisse, die direkt in die Reflexionsphase überleiten. Besonders wertvoll wird diese Phase, wenn die eingesetzten Problemlösestrategien bewusst gemacht und kritisch hinterfragt werden. Lehrende erhalten bei der Beobachtung der Gruppenarbeit und in der Reflexionsphase einen intensiven Einblick in das Vorwissen und die Argumentationsweisen der Schüler und können eine nachfolgende Unterrichtseinheit gezielt darauf abstimmen.

Das Erdbeben von Kobe verursachte am 17. Januar 1995 in Japan eine Katastrophe mit einer der höchsten Schadenssummen aller Zeiten. Mehr als 6.000 Menschen starben und 35.000 Menschen wurden schwer verletzt. Die gesamte Infrastruktur Kobes wurde vernichtet und der Containerhafen, damals der wichtigste in Ost-Asien, verlor nach der Zerstörung seine frühere Bedeutung.
In diesem Mystery befragen wir die Schüler, weshalb Frau Endo gestorben ist. Im Hintergrund steht die Frage, wie es möglich war, dass ein reiches und entwickeltes Land wie Japan so schwer von diesem Erdbeben getroffen wurde.
Im Workshop erhalten Sie selbstverständlich mehrere Antworten und Sie erfahren, wie man mit einem Mystery in der Klasse arbeiten kann.

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