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LT AA.1: Katastrophenforschung als integrativer Ansatz zur Überwindung der Natur-Gesellschaftsdichotomie

Montag, 01.10.2007: 08:30-11:30 Uhr, H 15, NW I

Ute Wardenga (Leipzig)
U_Wardenga@ifl-leipzig.de
Harald Zepp (Bochum)
harald.zepp@rub.de


Seit ein paar Jahren ist im Wissenschaftssystem ein Prozess zu beobachten, der die konventionellen Unterscheidungen von Natur und Gesellschaft immer fragwürdiger erscheinen lässt. Einerseits werden ehedem als "rein natürlich" angesehene Phänomene wie z.B. der Klimawandel und die durch ihn hervorgerufenen Veränderungen mehr und mehr als Teil gesellschaftlicher Verantwortung diskutiert. Anderseits mehren sich, z.B. durch die jüngeren Befunde der Hirnforschung, gleichzeitig ernstzunehmende Hinweise, die die Vorstellung eines intentional, aufgrund rationaler Entscheidungen handelnden Subjektes ins Wanken bringen und die Sozialwissenschaften auf breiter Front zu einer Auseinandersetzung mit Naturalisierungstendenzen zwingen. Hinter beiden gegenläufigen Prozessen scheint sich ein grundsätzlicher Wandel von Wissenskonfigurationen abzuzeichnen, der auch die Geographie nicht unberührt lassen kann.

Aufgabe der Leitthemensitzung wird es deshalb sein, vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Neubestimmungen Ansätze zur Überwindung der Dichotomie von Natur und Gesellschaft zu diskutieren.

Wir schlagen vor, die Fachsitzung in zwei Blöcke zu teilen.

Im ersten Block sind einführende Grundsatzreferate aus dem Bereich der Humangeographie und der Physischen Geographie vorgesehen.

Im Rahmen der Leitthemensitzung sollen folgende Fragen bearbeitet werden:

Wie ist der generelle Stand der Diskussion bezüglich von Ansätzen (in den Sozial- und Kulturwissenschaften einerseits und in den Naturwissenschaften andererseits), die versprechen, zur Überwindung der Dichotomie von Natur und Gesellschaft beizutragen? Welche Haupttendenzen und Hauptverwerfungen lassen sich in beiden Wissenschaftskulturen und in deren Überschneidungsbereich erkennen? Welche Themen müssen wie behandelt werden, um Forschungsfortschritte zu erzielen? Was scheint Erfolg versprechend zu sein, was nicht, und warum? Von welchen Mythen, Illusionen und lieb gewordenen Unterscheidungen muss man sich verabschieden? Wie können/sollten entsprechende Forschungsprogramme aussehen?

Der zweite Block würde der Katastrophenforschung gewidmet sein. Hier ginge es zunächst darum, aus der Sicht der Physischen Geographie einerseits und der Humangeographie andererseits einen Überblick über die Katastrophenforschung zu geben, um dann eigene (bei beiden Vorträgen möglichst unterschiedliche) Positionierungen zu wählen und in einem weiteren Schritt am konkreten Beispiel die Tragfähigkeit und die integrativen Perspektiven der Ansätze aufzuzeigen.

08:30-08:35 UhrEinführung durch die Sitzungsleitung
08:35-09:00 UhrPeter Weichhart (Wien): Risiko, Panarchie, Resilienz und Koevolution - Schlüsselkonzepte der Katastrophenforschung und der "dritten Säule"

Diskussion von Schlüsselkonzepten, die als Bausteine einer Theorie der "dritten Säule" brauchbar erscheinen. ...mehr
09:00-09:25 UhrJohann Stötter (Innsbruck): Pragmatik zählt! Erfahrungen aus der Praxis von Projekten zur Risikoforschung

Es wird das Verhältnis zwischen Theoriegedanken und integrativer Projektpraxis in der Geographie diskutiert. ...mehr
09:25-09:45 UhrDiskussion
09:45-10:10 UhrPause
10:10-10:35 UhrThomas Glade (Wien): Naturkatastrophenforschung - ein integrativer Ansatz in der Natur-Gesellschafts-Dichotomie

Naturkatastrophenforschung wird in die Natur-Gesellschafts-Dichotomie eingebettet und mit Beispielen vertieft. ...mehr
10:35-11:00 UhrBeate M. W. Ratter (Mainz): Überraschung und Unsicherheit - Schlüsselbegriffe der Komplexitätstheorie und ihr Beitrag zur Katastrophenforschung

Die Komplexitätstheorie hilft, nicht-lineares Verhalten dynamischer Systeme inklusive Überraschungen und Sprünge besser zu verstehen. ...mehr
11:00-11:20 UhrDiskussion
11:20-11:25 UhrRésumé durch die Sitzungsleitung


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