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LT BB.2: Globalisierung und fragmentierende Entwicklung

Mittwoch, 03.10.2007: 08:30-11:30 Uhr, Audimax

Hermann Kreutzmann (Berlin)
hkreutzm@geog.fu-berlin.de
Ulrike Müller-Böker (Zürich)
boeker@geo.unizh.ch


Die Beobachtung einer sich verschärfenden Kluft zwischen Regionen, Nationalstaaten und innerhalb dieser Gebilde bei gleichzeitiger Verdichtung von Kommunikations-, Wissens- und Austauschnetzwerken hat die Auseinandersetzung mit Aspekten fragmentierender Entwicklung befördert. Schwache Akteure, in prekären Verhältnissen überlebend sind risikoreichen Strukturen und instabilen Institutionen ausgesetzt. Klassische Dichotomien sind aufgelöst und erfordern global ausgerichtete und mehrere Ebenen vernetzende Interpretationsansätze. Die Gleichzeitigkeit und Gleichörtlichkeit von Armut und Reichtum stellt neue Herausforderungen an die geographische Entwicklungsforschung in der Interpretation von Verwundbarkeit und Überlebensstrategien dar. Eine steuernde Funktion entlang der Vernetzungsketten und zwischen Hierarchieebenen nimmt die ungleiche Verteilung von Macht und Einfluss ein. Daher bieten sich bei der Ausleuchtung des Zusammenhanges von Globalisierung und fragmentierender Entwicklung unterschiedliche Perspektiven an:

1. Wertschöpfungsketten sind nicht allein aufgrund ihrer Wirkungen an jeweiligen Endpunkten interessant, sondern sind hinsichtlich der Einflussmöglichkeiten an verschiedenen Schnittstellen zu deuten.

2. Fragmentierte Lebensverhältnisse beschränken sich nicht nur auf die Länder des "Südens". Vielmehr ist im Zusammenhang mit den Debatten zur "neuen Armut" das Augenmerk auch auf globalisierte Orte im "Norden" zu richten.

3. Im Zusammenhang der Transformationsdebatte in post-sozialistischen Gesellschaften sind die "Latecomer der Globalisierung" zu berücksichtigen. Peripherien im östlichen Europa zwischen Transformation und Globalisierung bieten anschauliche Beispiele für rasant ablaufende risikoreiche Prozesse von Partizipation und Ausgrenzung.

4. Fragmentierende Entwicklung stellt eine Herausforderung für die internationale Entwicklungszusammenarbeit dar.

08:30-08:35 UhrEinführung durch die Sitzungsleitung
08:35-09:00 UhrChristina Alff (Berlin): Menschliche Sicherheit und Entwicklung in Afghanistan oder Welche Sicherheit braucht Entwicklung?

Die Auswirkungen der zivilmilitärischen Zusammenarbeit auf menschliche Sicherheit werden am Beispiel Nordafghanistans analysiert. ...mehr
09:00-09:25 UhrElvira Graner (Heidelberg): Quo vadis? Globalisierung und Arbeitsmärkte in Nepal

Globalisierung trägt dazu bei, Waren- und Arbeitsmärkte zu schaffen. Gleichzeitig unterliegen diese einem rapiden Wandel. ...mehr
09:25-09:45 UhrDiskussion
09:45-10:10 UhrPause
10:10-10:35 UhrSabine Tröger (Bonn): Kollaps und Adaption im Kontext von Globalisierung/Privatisierung und Fragmentierung im städtischen Raum - das Beispiel Addis Abeba

Am Beispiel eines HIPCs wird "Forced Eviction" als Phänomen beschleunigter/erzwungener Globalisierung interpretiert. ...mehr
10:35-11:00 UhrTheo Rauch (Bonn): Fragmentierende Entwicklung als Herausforderung für die internationale Entwicklungszusammenarbeit

Die Reaktion der EZ auf Globalisierung- und Entwicklungsprozesse wird analysiert und bewertet. ...mehr
11:00-11:20 UhrDiskussion
11:20-11:25 UhrRésumé durch die Sitzungsleitung
11:25-11:30 UhrWechselzeit


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