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FS 27: Inszenierte Räume: Stadtentwicklung zwischen Inszenierung, Kommerzialisierung und Globalisierung

Samstag, 29.09.2007: 13:00-16:00 Uhr, H 14, NW I

Ulrike Gerhard (Würzburg)
ulrike.gerhard@mail.uni-wuerzburg.de
Heiko Schmid (Heidelberg)
heiko.schmid@geog.uni-heidelberg.de

Städte unterliegen heute einem starken globalen Wettbewerbsdruck, der eine nachhaltige Kommerzialisierung, veränderte Formen des Regierens und eine zunehmende Inszenierung des Städtischen hervorgerufen hat. Längst sind es nicht mehr nur die reinen Freizeitstandorte und Tourismusdestinationen, die sich - oft unter privatwirtschaftlicher Federführung - durch Erlebnisorientierung vermarkten, sondern auch die alltäglichen Bereiche der Stadt. Um im globalen Wettkampf mithalten zu können, haben sich Fußgängerzonen zu festivalisierten Marktplätzen, Supermärkte zu Urban Entertainment Centers und herkömmliche Wohngebiete zu thematisch inszenierten Wohnparks gewandelt. Die Ästhetisierung der urbanen Alltagswelt erfolgt dabei mit Hilfe von Zeichen und Symbolen, die nicht zuletzt als Erlebnis- oder Gebrauchswertversprechen instrumentalisiert werden. Eine besondere Rolle spielen dabei Strategien der Zeichenverwendung, aber auch Mechanismen der Bedeutungsverschiebung von Zeichen, die im Zuge einer "Ökonomie der Faszination" als probates Konsum-Mittel genutzt werden.

Gradmesser für den ökonomischen Erfolg ist dabei in erster Linie der erzielte Aufmerksamkeitswert. Vor allem die Medien spielen hier eine wichtige Rolle, sind sie doch wesentliche Multiplikatoren bei der globalen Verbreitung von meist westlich geprägten Images und Repräsentationen. Entsprechend sind nicht allein die architektonischen und dekorativen Inszenierungen vor Ort von Bedeutung, sondern auch deren mediale Repräsentation und strategische Positionierung über die weltweiten Medien.

Ziel der Fachsitzung ist es, einen Einblick in die Präsentation von Räumen im Zuge aktueller Stadtentwicklungsprozesse zu liefern und auf unterschiedlichen Maßstabsebenen die besonderen Konzepte, Formen und Wirkungsmechanismen urbaner Inszenierung wie auch inszenierter Urbanität zu analysieren. Willkommen sind empirische und methodologische Beiträge, die sich mit Hilfe besonderer Methoden wie akteurszentrierten Ansätzen, Diskursanalysen oder semiotischen Interpretationen mit Einzelphänomenen wie thematisch arrangierten Wohnsiedlungen, Einzelhandelseinrichtungen oder Freizeitanlagen befassen oder aber stärker theoretisch ausgerichtete Arbeiten, die sich konzeptionell mit Bedeutungszuschreibung, Aufmerksamkeitsstrategien oder Destinationsmanagement im Zuge der Stadtentwicklung auseinandersetzen. Hierbei sind interdisziplinäre Ansätze ebenso erwünscht wie neuere Beiträge aus der Kulturgeographie, die die globalisierten Orte auf ihre besondere Lokalität hin untersuchen.

13:00-13:05 UhrEinführung durch die Sitzungsleitung
13:05-13:30 UhrIngo H. Warnke (Kassel): Begriffliche Inszenierung von Städten - Linguistische Bemerkungen zur sprachlichen Konstruktion urbaner Räume

Die Repräsentation von Städten aus kulturgeographischer und sprachwissenschaftlicher Perspektive. ...mehr
13:05-13:30 UhrWolf-Dietrich Sahr (Ponta Grossa, Brasilien): Vom Tempel Gottes zum Tempel des Konsums - eine epistemologische Reise durch den urbanen Raum Brasiliens

Am Beispiel Brasiliens und auf der konzeptionellen Basis der urbanen Theorie von H. Lefebvre und V. Flusser wird die Konstruktion von städtischen Räumlichkeiten religiösen und konsumptionellen Charakters untersucht. ...mehr
13:30-13:55 UhrAnke Strüver (Münster): Tatort Münster: Urbane Inszenierung im Film
13:55-14:15 UhrDiskussion
14:15-14:40 UhrPause
14:40-15:05 UhrAnne Vogelpohl (Hamburg): Neuzuschreibungen für gewachsene Quartiere und Auswirkungen auf den Rhythmus vor Ort: Aktuelle Beispiele aus Hamburg

Im Wechselspiel zwischen lokalen Akteuren wird das Verhältnis von Images und urbanen Prozessen ausgehandelt. ...mehr
15:05-15:30 UhrMarc Redepenning (Jena): Inszenierung im Ländlichen?! Ein Elefant aus Nierroßla

Analyse eines dörflichen "Elefantenfestes" unter der Leitdifferenz von Inklusion und Exklusion. ...mehr
15:30-15:50 UhrDiskussion
15:50-15:55 UhrRésumé durch die Sitzungsleitung
15:55-16:00 UhrWechselzeit


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