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FS 49: Globaler Wettbewerb und soziale Differenzierung: »Global Player« der Finanz- und Immobilienwelt und ihr Einfluss auf sozialräumliche Strukturen in deutschen Großstädten

Samstag, 29.09.2007: 13:00-16:00 Uhr, H 19, NW II

Manfred Nutz (Dortmund)
manfred.nutz@uni-dortmund.de
André Odermatt (Zürich)
odermatt@geo.unizh.ch


Seit 2000, verstärkt seit 2003, haben ausländische Investoren ein zunehmendes Interesse an Wohnimmobilienkäufen in Deutschland. Dieses Interesse ist Ausdruck des Wandels in der Immobilienbranche, der neben einem aktiveren Portfoliomanagement zu einer immer engeren Verknüpfung von Immobilien- und Finanzwirtschaft führt. Die Kauftätigkeiten überschreiten dabei immer mehr auch die nationalen Grenzen und entankern die bislang lokal orientierte Immobilienwirtschaft.

Bei den Aufkäufen handelt es sich in der Regel um große Pakete mit mehreren Tausend Wohnungen mittleren Standards, die von Kommunen zur Wiederherstellung der Handlungsfähigkeit und Kreditwürdigkeit sowie von Unternehmen zur Liquiditätssteigerung und der Orientierung auf das Kerngeschäft angeboten werden. Bekannte aktuelle Beispiele sind der Verkauf des kommunalen Wohnungsbestandes der Stadt Dresden oder die Veräußerung der 48.000 Betriebswohnungen der Thyssen Krupp AG im Ruhrgebiet.

Diese kommunalen bzw. betrieblichen Wohnungsbestände sind in Großstädten auf relativ kleinem Raum konzentriert. Sie dominieren zum Teil ganze Stadtteile.

Die Unternehmensstrategien der ausländischen Investoren zielen in der Regel auf eine Privatisierung der Wohnungen ab. Das Spektrum reicht vom Mieterkauf, über die "Filetierung" bis hin zum Komplettverkauf mit dem Ziel, eine möglichst hohe Rendite zu erzielen. In allen Fällen stellt sich die Frage nach den Konsequenzen für die Wohnungswirtschaft sowie die Stadtteilentwicklung. Durch die räumliche Konzentration der Bestände findet ein räumlich konzentrierter Privatisierungsprozess statt, der die sozialräumliche Struktur eines Stadtteils nachhaltig durch selektive Verdrängungsprozesse verändert. Viele Postulate der "sozialen Stadt" wie auch die Rolle der großen, gemeinnützig orientierten Immobiliengesellschaften im Stadtentwicklungsprozess werden dadurch in Frage gestellt.

Aus dieser insgesamt zu einer - zumindest vorübergehenden - Destabilisierung führenden Entwicklung ergeben sich folgende aktuellen Fragestellungen:

13:00-13:05 UhrEinführung durch die Sitzungsleitung
13:05-13:30 UhrOlaf Altena (Köln): Hintergründe und Ziele des Engagements ausländischer Investoren auf dem deutschen Wohnungsmarkt

Ausländische Investoren haben ein zunehmendes Interesse an Wohnimmobilienkäufen, ohne die Verwertungsstrategien ausdifferenziert zu haben. ...mehr
13:30-13:55 UhrKarin Lorenz-Hennig und Christoph Zander (beide Bonn): Veränderung der Anbieterstruktur im deutschen Wohnungsmarkt und wohnungspolitische Implikationen

Der Aufkauf großer Wohnungsbestände durch "Global Player" führt zu einem massiven Wandel der Eigentümerstruktur von Mietwohnungen. ...mehr
13:55-14:15 UhrDiskussion
14:15-14:40 UhrPause
14:40-15:05 UhrBarbara Crome (Bonn): Genossenschaftliche Lösungen beim Verkauf von Wohnungsbeständen

Der Gedanke der Wohnungsbaugenossenschaft erlebt bei der Privatisierung großer Wohnungsbestände eine Renaissance. ...mehr
15:05-15:17 UhrWiebke Preckwinkel und Markus Hesse (beide Berlin): Wohnungswirtschaft im Wandel: Konfliktpotenziale zwischen Mieterschaft und Private-Equity-Fonds im Zuge der Privatisierung öffentlicher Wohnungsunternehmen in Berlin

Konfliktpotenziale und die räumliche Re-Organisation des Wohnungsmarktes werden im Kontext von Globalisierungsdynamiken vorgetragen. ...mehr
15:17-15:30 UhrAndreas Keil (Dortmund): Betriebswohnungen in Heuschreckenhand. Chancen einer nachhaltigen Stadtteilentwicklung nach der Privatisierung der Thyssen-Krupp-Wohnungen in Duisburg-Meiderich.

Der Verkauf großer Wohnungsbestände kann für Investor, Bewohner und Kommune Vorteile für (fast) alle Parteien bringen. ...mehr
15:30-15:50 UhrDiskussion
15:50-15:55 UhrRésumé durch die Sitzungsleitung
15:55-16:00 UhrWechselzeit


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