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FS 03: Auenökologie - Auenrenaturierung

Samstag, 29.09.2007: 16:00-19:00 Uhr, H 20, NW II

Bernd Cyffka (Eichstätt)
bernd.cyffka@ku-eichstaett.de
Emil Dister (Karlsruhe)
emil.dister@iwg.uni-karlsruhe.de


Fluss- und Bachauen sind einzigartige Landschaften besonders der mittleren Breiten. Ihre Besonderheit beziehen sie aus dem jährlich meist mehrfachen Wechsel von einem terrestrischen zu einem zeitlich begrenzten aquatischen Lebensraum. Nur aufgrund dieser Dynamik und heterogenen Lebensbedingungen sind sie ein "hot spot" der Biodiversität. Zudem bieten intakte Auen noch ein erhebliches Retentionspotenzial für Hochwässer. Trotz der bereits in der Antike beginnenden Nutzung blieben sie an den meisten Flüssen und Bächen in Deutschland bis etwa zum Beginn des letzten Drittels des zweiten Jahrtausends intakt und naturähnlich. Erst dann begann der wirkliche Umbau zu einer Kulturlandschaft, der besonders mit den Korrektionen und Eindeichungen an Rhein und Donau eingeleitet wurde. Durch die ausbleibenden Überschwemmungen konnten Land- und Forstwirtschaft neue Flächen nutzen. Hierdurch wurden die Auwälder mit allen Konsequenzen vernichtet oder mindestens stark verändert. Der Staustufenbau zur Stromgewinnung im 20. Jahrhundert tat sein Übriges.

Das Umdenken der letzten Jahre resultiert im Wesentlichen nicht aus einem gestiegenen Naturschutzbewusstsein sondern aus der Not, den vermutlich durch den globalen Wandel hervorgerufenen, häufigeren und größeren Hochwässern entgegenzutreten. Materielle Interessen und die Sicherheit der Bevölkerung sind die treibende Kraft, die mehr Raum für die Flüsse und damit den Schritt von der Denaturierung zur Renaturierung fordert. Doch (wo) ist dies noch möglich?

Vor diesem Hintergrund soll die Fachsitzung neue Erkenntnisse zum Status quo der Auenökologie in Deutschland und seinen Nachbarländern erbringen. Ein weiteres Ziel sind die aktuellen Entwicklungen im Bereich der Auenrenaturierung. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der naturnahen, nicht-technischen Umgestaltung von Flussauen, die nicht in permanenten Kontakt zu ihrem Hauptgewässer stehen. Der Schwerpunkt der Renaturierungsmaßnahmen ist für die Bereiche der Entwicklung der Weichholzaue und der morphologischen Dynamik der Nebengewässer geplant. Wichtig ist es hervorzuheben, dass der Fluss und seine Aue eine dynamische Einheit bilden, welche nur in ihrer Ursprungsform oder sehr naturnahen Varianten die anzustreben Funktionen hinsichtlich Biodiversität und Hochwasserschutz ermöglichen.

16:00-16:05 UhrEinführung durch die Sitzungsleitung
16:05-16:30 UhrUwe Koenzen (Hilden): Fluss- und Stromauen der BRD - Typologie und Leitbilder

Die Entwicklung einer Typologie und die Ermittlung der Leitbilder von Fluss- und Stromauen in Deutschland. ...mehr
16:30-16:55 UhrIna Quick (Karlsruhe): Bilanzierung der Auen und Überschwemmungsgebiete an Flüssen in Deutschland

Bundesweite Erfassung und Bilanzierung von Auen großer Fließgewässer mit einer Einzugsgebietsgröße ab 1.000 km². ...mehr
16:55-17:15 UhrDiskussion
17:15-17:40 UhrPause
17:40-18:05 UhrStefan Liersch (Leipzig): Partizipative Modelle für ein nachhaltiges Auenmanagement - ein Schlüssel für die Etablierung genutzter und biodiverser Auen?

Partizipative Modelle für ein nachhaltiges Auenmanagement als Weg zur Etablierung genutzter und biodiverser Auen? ...mehr
18:05-18:30 UhrAndreas Lechner (Osnabrück): Die Entwicklung der nördlichen Oberrheinniederung seit dem mittleren Holozän - ein Diskussionsbeitrag zur Natürlichkeit von Flussauen vor den umfassenden anthropogenen Umgestaltungen während der Neuzeit

Entwicklung und Natürlichkeit der Flussauen und Auenwälder am nördlichen Oberrhein seit dem mittleren Holozän. ...mehr
18:30-18:50 UhrDiskussion
18:50-18:55 UhrRésumé durch die Sitzungsleitung
18:55-19:00 UhrWechselzeit


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