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FS 36: Städtische Schrumpfungsprozesse und ihre demographischen Ursachen

Samstag, 29.09.2007: 16:00-19:00 Uhr, H 17, NW II

Sigrun Kabisch (Leipzig)
sigrun.kabisch@ufz.de
Klaus Friedrich (Halle)
klaus.friedrich@geo.uni-halle.de



In den letzten Jahrzehnten haben europäische Städte und Regionen immer weniger einheitliche Entwicklungstrends gezeigt. Im Gegensatz zu ehemals starken generellen Wachstumstrends sehen sich viele Städte mittlerweile stagnierenden bzw. abnehmenden Einwohnerzahlen gegenüber. Häufig sind diese mit nachlassender Wirtschaftskraft und einem Rückgang der Zahl der Arbeitsplätze verbunden. Als Folge des Einwohnerschwunds müssen Infrastrukturen und Baukörper der Stadt den neuen Bedingungen angepasst werden. Schrumpfung als neues Phänomen und gleichzeitig neuer Pfad der Stadtentwicklung ist - trotz regionaler und lokaler Unterschiede - überall in Europa zu beobachten (Hager, Schenkel, 2000). In besonders dramatischer Weise betrifft er seit 1990 Städte und Regionen in Ostdeutschland. Davon erfasst sind aber auch altindustrielle Städte in Westeuropa sowie Städte des postsozialistischen Ostmitteleuropas mit den mittlerweile niedrigsten Geburtenraten und hohen Abwanderungsverlusten (Rieniets, 2004).

Es ist das zentrale Anliegen der geplanten Fachsitzung, zwei Fragen zu diskutieren:

1. Wie tragfähig sind die bisherigen Annahmen zum Zusammenwirken und zu den wechselseitigen Beeinflussungen von Stadtentwicklungsprozessen im Rahmen des Zweiten Demographischen Übergangs?

2. Sind diese Annahmen dazu geeignet, zur Erklärung städtischer Schrumpfung beizutragen?

Besondere Aufmerksamkeit wird auf die Frage gelegt, ob unterschiedliche Schrumpfungskontexte zu spezifischen Trends der demographischen und Haushaltsentwicklung führen, wie sie in genereller Form durch das Konzept des Zweiten Demographischen Übergangs beschrieben werden. Neben der kritischen Sichtung der analytischen Potenziale, die durch die Verwendung des Modells des Zweiten Demographischen Übergangs entstehen können, sollen auch die praktischen Konsequenzen, einer möglichen Übernahme dieser Modellperspektive durch Planung und politische Steuerung diskutiert werden. Aus methodischer Perspektive werden Modelle (Haase, 2006), Indikatoren und Ansätze einer integrierten Bewertung diskutiert, welche zu einem Kenntnisgewinn über Prozessverläufe, Handlungsoptionen und Instrumente aus Sicht sowohl der Wissenschaft als auch der städtischen Steuerungspraxis beitragen können.

16:00-16:05 UhrEinführung durch die Sitzungsleitung
16:05-16:30 UhrRay Hall und Philip Ogden (beide London): The second demographic transition and urban change

The interrelationships between transforming households and the changing urban geography in the UK and France will be examined. ...mehr
16:30-16:55 UhrHans-Joachim Bürkner (Erkner): Demographische Übergänge - diskurskritische Anmerkungen

Demographische Einflussfaktoren auf Stadt- und Regionalentwicklung unter Beachtung des Zweiten Demographischen Übergangs. ...mehr
16:55-17:15 UhrDiskussion
17:15-17:40 UhrPause
17:40-18:05 UhrAnnett Steinführer (Leipzig): Hilfswissenschaft oder Hegemonialdisziplin? Nutzen und Grenzen demographischer Zugänge in der Stadtforschung

Die qualitative Dimension des demographischen Wandels sollte in der Schrumpfungsdebatte stärkere Bedeutung finden. ...mehr
18:05-18:30 UhrMarion Klemme (Aachen): Stadtentwicklung ohne Wachstum. Zur Steuerungspraxis kommunaler Siedlungsflächenentwicklung

Steuerungsformen und -verständnisse in der kommunalen Planungspraxis unter Bedingungen des demographischen Wandels. ...mehr
18:30-18:50 UhrDiskussion
18:50-18:55 UhrRésumé durch die Sitzungsleitung
18:55-19:00 UhrWechselzeit


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