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FS 45: Qualitative Methoden in der Humangeographie nach dem cultural turn

Samstag, 29.09.2007: 16:00-19:00 Uhr, H 19, NW II

Julia Lossau (Berlin)
julia.lossau@geo.hu-berlin.de
Marc Redepenning (Jena)
marc.redepenning@uni-jena.de

Mittlerweile kann die Geographie auf eine fast 20jährige Erfahrung in der Anwendung qualitativer Methoden zurückblicken. Auch die neuere Theoriediskussion unterstreicht die Relevanz qualitativer Methoden. Die theoretischen Debatten, die im Zuge des cultural turn geführt werden, betonen den Konstruktionscharakter sowie die Zeichen- und Symbolhaftigkeit der sozialen Welt. Damit legen sie den Einsatz von Methoden nahe, mit deren Hilfe die (Bedeutungs-)Konstruktionen und Sinngebungen, die innerhalb sozialer Kommunikation und Praxis erschaffen, zirkuliert und verfestigt werden, rekonstruiert werden können.

Gleichwohl werden interpretativ-hermeneutische Verfahren, mit denen sich alltägliche Praktiken, Bilder und Weltdeutungen on the ground untersuchen lassen, hierzulande selten in der Reichweite ihrer empirischen Umsetzung diskutiert. Tatsächlich geht es in der deutschsprachigen Methodendiskussion derzeit hauptsächlich um diskursanalytische Ansätze, die oft mit quantitativen Verfahren arbeiten und vielfach reine Textarbeit betreiben. Die relative Stille um qualitative Methodik ist insofern auffällig, als die aktuellen Weiterentwicklungen der "neuen Kulturgeographie" (z. B. non-representational theory oder Akteur-Netzwerk-Theorie) dezidiert praxistheoretisch arbeiten und in ihrer empirischen Umsetzung eine qualitative Methodik erfordern.

Ziel der Fachsitzung ist es, die Möglichkeiten und Grenzen qualitativer Methoden in der Humangeographie nach dem cultural turn auszuloten. Eingeladen sind Beiträge, die sich an den geplanten vier inhaltlichen Schwerpunkten der Sitzung orientieren:

16:00-16:05 UhrEinführung durch die Sitzungsleitung
16:05-16:30 UhrMiriam Fritsche (Berlin): "Entlangforschen": Herausforderungen politik-ethnographischer Forschung bei der Analyse von lokalen Partizipationsprozessen

Vorgestellt wird eine Untersuchung kommunikationsorientierter politischer Praktiken in Stadtumbaugebieten. ...mehr
16:30-16:55 UhrEric Laurier (Edinburgh): Situating video as a form of recording and analysing everyday life

An examination of the twin trajectories of digital video as a form of recording and analysing social life. ...mehr
16:55-17:15 UhrDiskussion
17:15-17:40 UhrPause
17:40-18:05 UhrHenrik Gasmus (Berlin): Fallrekonstruktion in der neuen Kulturgeographie: ein Beitrag zu Empirie und Methodologie

Empirisches Minimalbeispiel- Geltungsbegründung und methodologische Reflexionsfähigkeit der Fallrekonstruktion. ...mehr
18:05-18:30 UhrFlorian Dünckmann (Kiel): Berechenbare Subjektivität? Chancen und Grenzen der Q-Methode

Die Methodik identifiziert subjektive Deutungsmuster und verbindet einen interpretatorischen Ansatz mit statistischen Verfahren. ...mehr
18:30-18:50 UhrDiskussion
18:50-18:55 UhrRésumé durch die Sitzungsleitung
18:55-19:00 UhrWechselzeit


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