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FS 20: Nord-Süd-Netze: Wirtschaftsgeographien globaler Warenketten

Sonntag, 30.09.2007: 08:30-11:30 Uhr, H 19, NW II

Christian Berndt (Frankfurt/M.)
c.berndt@em.uni-frankfurt.de
Christof Parnreiter (Hamburg)
parnreiter@geowiss.uni-hamburg.de


Zur Analyse der Nord-Süd-Beziehungen steht eine Reihe von Konzepten zur Verfügung, die der Konnektivität und Komplexität des globalen Zeitalters dadurch Rechnung tragen, dass sie die territoriale durch eine Netzwerkperspektive ersetzen. In der Wirtschaftsgeographie schlägt sich dieser Perspektivenwechsel in einem gestiegenen Interesse an Ansätzen nieder, die die räumliche Organisation arbeitsteiliger Produktionsprozesse in den Vordergrund stellen und die globalisierte Ökonomie als weit ausgedehntes Netz von Orten begreifen, die jeweils unterschiedliche Aufgaben und Funktionen bei der Warenproduktion und der Leistungserstellung wahrnehmen. Über die Disziplingrenzen hinweg gilt dabei das auf die Weltsystemanalyse zurückgehende Konzept der Warenkette als Grundlage von Arbeiten zur fortlaufenden Rekonfiguration der internationalen Arbeitsteilung in einer globalisierten Ökonomie. Im weiteren Verlauf verengte sich die Diskussion jedoch zunehmend auf die Ebene der Unternehmensbeziehungen und die Frage der Steuerung von Austauschprozessen, was sich begrifflich in der zunehmenden Popularität des Begriffs Wert(schöpfungs)kette niederschlug.

Die Fachsitzung knüpft an Arbeiten an, die das Konzept "Warenkette" im weiteren Sinne verstehen als "network of labor and production processes whose end result is a finished commodity" (Hopkins und Wallerstein 2000/1986: 223). Dabei soll aus der Sicht südlicher "Akteure" (z.B. Arbeitskräfte, Unternehmen, Regionen) der Frage nachgegangen werden, was es konkret bedeutet, im globalen Zeitalter in grenzüberschreitende Produktionssysteme eingebunden zu sein. Eingeladen sind Beiträge, die auf der Grundlage aktueller Forschungsergebnisse Angebote zur konzeptionellen Weiterentwicklung machen. Denkbar sind in diesem Zusammenhang folgende inhaltliche Schwerpunkte:

08:30-08:35 UhrEinführung durch die Sitzungsleitung
08:35-09:00 UhrSabine Dörry und Eike W. Schamp (beide Frankfurt/M.): Upgrading in Globalen Wertketten im Kontext institutioneller Arrangements?

Vielfalt und Widersprüchlichkeit von Institutionen bestimmen den Entwicklungsprozess des "Südens". ...mehr
09:00-09:25 UhrKarin Fischer (Wien): Akteurskonstellationen in globalen Warenketten - Fallbeispiel Chile

Verdrängung oder strategische Allianzen? Akteurskonstellationen in globalen Warenketten - das Fallbeispiel Chile. ...mehr
09:25-09:45 UhrDiskussion
09:45-10:10 UhrPause
10:10-10:35 UhrMarc Boeckler (Eichstätt): Die Welt in Ketten: Zur Performativität bewegter Waren

Anmerkungen zur performativen Stabilisierung von Nord-Süd-Grenzen durch die Bewegung globaler Warenketten. ...mehr
10:35-11:00 UhrMark Starmanns, Justus von Geibler (beide Wuppertal) und Sachin Joshi (New Delhi): Soziale und ökologische Standards aus Perspektive des Südens: Governance-Netzwerke und Macht in globalen Warenketten

Fair Labor Association und Forest Stewardship Council - Globale Netzwerke für globale Gerechtigkeit? ...mehr
11:00-11:20 UhrDiskussion
11:20-11:25 UhrRésumé durch die Sitzungsleitung
11:25-11:30 UhrWechselzeit


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