HOME
Uni-Bayreuht Home

LT BA.3: Störungsökologie: Dynamik, Interaktionen, Extremereignisse und Risikoeskalation

Montag, 01.10.2007: 08:30-11:30 Uhr, H 14, NW I

Anke Jentsch (Bayreuth)
anke.jentsch@uni-bayreuth.de
Richard Dikau (Bonn)
rdikau@giub.uni-bonn.de



Die Störungsökologie ist ein innovatives Forschungsfeld in den Naturwissenschaften und bietet wichtige Grundlagen für die gesellschaftsrelevante Dimension von Naturrisiken. Aktuelle Diskussionen hinterfragen das ökologische Paradoxon "Störung für Stabilität", adressieren die fundamentale Rolle von Biodiversität zur Pufferung von Extremereignissen, verbinden "Event-Regime" mit der Dynamik von Ökosystemfunktionen, oder speisen die Resilienz-Debatte zwischen Systemtheorie und Katastrophenforschung. Klimatische Extremereignisse und ihre ökologischen und gesellschaftlichen Konsequenzen erfahren derzeit besondere Aufmerksamkeit. Dennoch existiert noch kein umfassendes Theoriengebäude in der Störungsökologie, welches verschiedene Disziplinen, Störungstypen, Ökosysteme und Dynamiken integriert.

Im Rahmen der Leitthemensitzung sollen diese Thematiken aufgegriffen und weiter entwickelt werden. Besondere Herausforderungen entstehen dabei durch den rasanten und in seiner Geschwindigkeit zunehmenden Wandel von ökologischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, welche mit den Störungs-Regimen in Wechselwirkung treten. So sind völlig neuartige Interaktionen von verschiedenen, synchronisierten Störungen ebenso denkbar wie Schwellenwert-Dynamiken durch die punktuelle Überprägung von graduellen, manchmal schleichenden und kaum wahrnehmbaren Prozessen in kritischen Stadien mit einzelnen Störungsereignissen.

Im Rahmen der prognostizierten Klimaänderungen werden Verschiebungen in der Auftretenswahrscheinlichkeit von Klimaeigenschaften (z.B. Temperatur oder Niederschlag) erwartet. Innerhalb weniger Jahrzehnte verschieben sich dabei sowohl Mittelwerte als auch die Auftretenswahrscheinlichkeit kritischer Werte. Heutige Maximalwerte klimatischer Parameter können zukünftig übertroffen werden. Beispiele sind die Dauer von Dürrephasen oder das Niederschlagsvolumen eines Starkregenereignisses.In dieser Leitthemensitzung sollen Fallstudien und Konzepte diskutiert werden zu:

Welche Handlungsoptionen entstehen aus dieser Debatte und den Erkenntnissen der Störungsökologie für die Gesellschaft zur Prävention von Risiko-Eskalationen? Welche Rolle spielt Biodiversität bei der Abpufferung von Extremereignissen? Bei welchen Dynamiken kann von einer Resilienz ökologischer und sozio-ökonomischer Systeme ausgegangen werden?
08:30-08:35 UhrEinführung durch die Sitzungsleitung
08:35-09:00 UhrJucundus Jacobeit (Augsburg): Zur natürlichen Klimavariabilität und Dynamik von Extremereignissen

Klimavariabilität und Extremereignisse: Zusammenhänge aus der Klimageschichte und die Rolle der atmosphärischen Zirkulationsdynamik. ...mehr
09:00-09:25 UhrThomas Wohlgemuth (Birmensdorf): Klimawandel und Störungsregime im Wald: Wie rasch reagiert die Vegetation auf abrupte Klimaveränderungen.

Bei sich ändernden Umweltbedingungen fungieren Störungsereignisse als Katalysatoren des Wandels, in dem sie ökologische Trägheit nehmen. ...mehr
09:25-09:45 UhrDiskussion
09:45-10:10 UhrPause
10:10-10:35 UhrJulian Gutt (Bremerhaven): Leben am antarktischen Meeresboden: Störungsregime, Biodiversitätswandel und Vereisungsgeschichte.

Die Fauna am Meeresboden der Antarktis ist in ihrer langfristigen Entwicklung durch Eis- und Warmzeiten, ihrer kurzfristigen durch Umweltstabilität und menschenmitverursachte Störungen geprägt. ...mehr
10:35-11:00 UhrVolker Grimm (Leipzig): Selbstorganisierte Kritizität in Ökosystemen: Theoretische Spielerei oder Realität?

Empirische Muster und Modelle belegen, dass Ökosysteme kritische Phänomene tatsächlich selbst organisieren. ...mehr
11:00-11:20 UhrDiskussion
11:20-11:25 UhrRésumé durch die Sitzungsleitung
11:25-11:30 UhrWechselzeit


<< zurück zum Zeitplan