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FS 50: Kulturlandschaftswandel als Chance für eine nachhaltige Regionalentwicklung

Sonntag, 30.09.2007: 08:30-11:30 Uhr, H 10, NW I

Winfried Schenk (Bonn)
winfried.schenk@giub.uni-bonn.de
Stefan Heiland (Berlin)
stefan.heiland@tu-berlin.de

Kulturlandschaftspflege stand bislang unter dem Zeichen der Wahrung von historischen Bau-, Flur- und Wirtschaftsformen im agrarisch geprägten ländlichen Raum. Diese einfache Zuordnung hat sich in dem Maße aufgehoben, in dem ländliche Räume zu suburbanen Wohnstätten, zu Orten industrieller Produktion und Nahrungsmittelerzeugung oder zu Renaturierungsarealen wurden. Der postindustrielle Kulturlandschaftswandel betrifft inzwischen alle Landschaftsformen und lässt Grenzen zwischen "gewachsenen", gestalteten, konstruierten und zerstörten Kulturlandschaften, zwischen ländlichen und städtischen Räumen verschwimmen. Gerade in den großen Agglomerationsräumen entstehen im Wechselspiel von Siedlungs- und Gewerbeansiedlung, Industrieabbau und der Schaffung neuer Erholungslandschaften neue so genannte Hybridlandschaften, die als typische Kulturlandschaften der Postmoderne angesehen werden können.

Neuen Ansätzen zufolge stellt sich Kulturlandschaft gleichzeitig als lebendiges Erbe historischer Lebens- und Wirtschaftsformen wie auch als Plattform aktuellen Akteurshandelns mit seinen spezifischen kulturellen Gestaltungsweisen dar. Die Identifikation der Bevölkerung mit ihrer Region macht sich an der Kulturlandschaft fest und eröffnet Potenziale für regionale Entwicklungsprozesse. Historische Kulturlandschaften im urbanen Einzugsbereich können als Standortfaktoren für die Ansiedlung von Einrichtungen der modernen Wissensgesellschaft mit hoch qualifizierten Mitarbeitern dienen. Gleichzeitig können Kulturlandschaften die Basis für eine touristische Nutzung darstellen; dies kann sowohl durch die Bewahrung des kulturellen und natürlichen Erbes (z.B. Schutz als UNESCO-Weltkulturerbe, Bewahrung von Landschaften hoher Biodiversität durch entsprechende Nutzung), als auch die gezielte Entwicklung neuer Landschaftstypen (z.B. Nachnutzung von Tagebaulandschaften, Aufbau von "Wissenschaftsparks" in urbanen Räumen) geschehen.

Ziel der Fachsitzung ist es, Wege aufzuzeigen, wie Kulturlandschaften bewusst als Grundlage für eine zukunftsfähige Regionalentwicklung in Wert gesetzt werden können und welcher Stellenwert der Landschaft in Strategien und Konzepten einer regionalen Entwicklung zukommen kann. Die einzelnen Beiträge sollen sich der vielschichtigen Problematik vor dem Hintergrund des aktuell erfolgenden Kulturlandschaftswandels nähern. Im Vordergrund soll nicht die Erfassung traditioneller Kulturlandschaften oder ihrer Elemente stehen, sondern die Möglichkeiten einer zeitgemäßen Entwicklung von Kulturlandschaften. Inhaltlich umfasst die Fachsitzung dabei

Die Beiträge können sowohl eher theorieorientiert sein, als auch Fallbeispiele für die gelungene Entwicklung von Kulturlandschaften, v.a. in konfliktreichen Räumen, präsentieren.

08:30-08:35 UhrEinführung durch die Sitzungsleitung
08:35-09:00 UhrLudger Gailing (Erkner) und Markus Leibenath (Dresden): Diskurse, Institutionen und Governance: Sozialwissenschaftliche Zugänge zum Untersuchungsgegenstand "Kulturlandschaft"

Unterschiedliche Perspektiven und Ansätze des wissenschaftlichen und praktischen Zugangs zu Kulturlandschaft. ...mehr
09:00-09:25 UhrYvonne Brodda (Oldenburg): Die drei Eisenwurzen - Akteure und Strategien der Regionalentwicklung in einer österreichischen Kulturlandschaft

Verschiedene Schlüsselinstitutionen steuern in der Eisenwurzen die In-Wertsetzung der kulturellen wie natürlichen Ressourcen. ...mehr
09:25-09:45 UhrDiskussion
09:45-10:10 UhrPause
10:10-10:35 UhrTobias Behnen und Tobias Kühne (beide Hannover): Regionale Identität und Kulturlandschaft - Das Fallbeispiel Biosphärenreservat

Rhön Ergebnispräsentation von Befragungen zu Regionalbewusstsein und Kulturlandschaftswandel in der Rhön. ...mehr
10:35-11:00 UhrAntje Bruns (Kiel) und Kira Gee (Berlin): Bilder der Küste und Coastal Governance im Wandel

Neue Raumnutzungen im Meer stellen hohe Anforderungen an ein integriertes Küstenzonenmanagement. ...mehr
11:00-11:20 UhrDiskussion
11:20-11:25 UhrRésumé durch die Sitzungsleitung
11:25-11:30 UhrWechselzeit


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