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FS 52: Neue Formen sub-kommunaler Steuerung der Stadtentwicklung und ihre Folgen

Sonntag, 30.09.2007: 08:30-11:30 Uhr, H 12, NW I

Frank Schröder (München)
f.schroeder@lmu.de
Elisabeth Peyroux (Toulouse)
Elisabeth.peyroux@t-online.de

In den letzten Jahren haben sich Stadtplanung und Stadtpolitik immer mehr von der gesamtstädtischen Ebene auf kleinere Raumeinheiten innerhalb der Ballungsräume verlagert. Sowohl in den Kernstädten als auch in den suburbanen Gebieten wird weltweit mit neuen, kleinräumig fokussierten Formen der "urban governance" experimentiert. Die Spannweite reicht von privatwirtschaftlich geführten und finanzierten Business Improvement Districts (BIDs), die vor allem der wirtschaftlichen Wiederbelebung verödeter Quartiere dienen, bis zu den (teilweise) öffentlich finanzierten und öffentlich geführten Urban Development Projects (UDPs), mit denen städtischen "Problemgebieten" jeglicher Couleur eine schnelle und durchgreifende Hilfe (und Hilfe zur Selbsthilfe) ihrer komplexen Probleme (z.B. Arbeitslosigkeit, Kriminalität, baulicher Verfall, Überalterung der Bevölkerung) erhalten sollen.

Während diese beiden Formen institutionalisierter "governance", die mehr oder minder stark auf Public-Private-Partnerships gründen, in der Regel kernstädtische Mischgebiete "behandeln", kümmern sich andere, von Bewohnern initiierte Institutionen um die Aufwertung, die Sicherheit und die städtebaulichen Qualitäten suburbaner Wohngebiete: Homeowners associations (HO As), Common Interests Developments (CIDs) und Residental Community Associations (RCA s) - so die nordamerikanischen Bezeichnungen - gewinnen in vielen Ländern an Einfluss und Verantwortung.

Alles in allem sind mittlerweile in den meisten Ballungsräumen der Welt komplexe "Steuerungsnetze" aus privaten, halb-öffentlichen und öffentlichen Akteuren entstanden, die zu (manchmal überraschenden) Allianzen und Koalitionen führen, und in denen unterschiedliche, wenn nicht gar gegensätzliche Interessen verhandelt und in Entscheidungen umgesetzt werden müssen.

Die neuen Steuerungsnetze sind nicht nur planungstheoretisch interessant, sondern auch deswegen, weil sie neue Stadtlandschaften, neue gebaute Umwelten produzieren und das Verhältnis von öffentlichem Raum und privatem Raum neu definieren. Von "selbstregierten", abgeschotteten Wohngebieten, über neue Freizeit-, Kultur und Einkaufsterritorien bis hin zu völlig neu gestalteten historischen Plätzen. Diese neuen Stadtlandschaften führen oft zu ganz neuen Handlungspraktiken ihrer Bewohner, in denen sich "kulturelle Identitäten" (ethnische, geschlechtliche, werte- und normenbezogene) ausdrücken, in denen sich aber auch neue Exklusionen manifestieren.

Ziel der Sitzung ist es, die Vielfalt neuer Steuerungsformen kennen zu lernen und besser zu verstehen, wie sie unter bestimmten Voraussetzungen zu neuen Stadtlandschaften mit (neuen symbolischen und materiellen Eigenschaften) und damit zu neuen Handlungspraktiken führen. Das Thema soll nach Möglichkeit aus einer global vergleichenden Sicht behandelt werden, so dass neben Vortragsangeboten zu deutschen und europäischen Stadtregionen ausdrücklich auch Vorträge zu außereuropäischen Stadtregionen erwünscht sind.

08:30-08:35 UhrEinführung durch die Sitzungsleitung
08:35-09:00 UhrSabine Hafner (München): Erneuerung der Stadtentwicklungspolitik durch Stadtteilerneuerung? Die "Soziale Stadt" in München: Kooperative Steuerungsarrangements und ihre Potenziale zur Schaffung neuer Räume

Der Beitrag beleuchtet die kooperativen Steuerungsarrangements des Programms "Soziale Stadt" und ihre Potenziale zur Schaffung neuer Räume. ...mehr
09:00-09:25 UhrAndreas Keil (Dortmund): Hintergründe institutionalisierter Urban Development Programmes in den Niederlanden - das Beispiel Rotterdam

Analyse von New Urban Governance-Prozessen im Rahmen des Urban Development Programmes Rotterdam-Noord aan de Rotte. ...mehr
09:25-09:45 UhrDiskussion
09:45-10:10 UhrPause
10:10-10:35 UhrMatthias Bernt (Leipzig): "Grant-coalitions" statt "Growth coalitions": Die Pfade urbaner Governance in schrumpfenden Städten

Der Beitrag thematisiert die spezifischen Bedingungen urbaner Governance in schrumpfenden ostdeutschen Städten. ...mehr
10:35-11:00 UhrJörg Plöger (London): Versorgung mit Sicherheit in Lima (Peru) - Herausbildung einer komplexen Akteurskonstellation

Im Kontext sozioökonomischer Transformationsprozesse hat sich in Lima eine komplexe Akteurskonstellation im Bereich der Sicherheitsversorgung herausgebildet. ...mehr
11:00-11:20 UhrDiskussion
11:20-11:25 UhrRésumé durch die Sitzungsleitung
11:25-11:30 UhrWechselzeit


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