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LT CA.1: Risikokulturen: soziale Konstruktion von Risiko und Sicherheit

Montag, 01.10.2007: 08:30-11:30 Uhr, H 17, NW II

Heike Egner (Mainz)
h.egner@geo.uni-mainz.de
Andreas Pott (Frankfurt)
pott@soz.uni-frankfurt.de

Die Zukunft ist ungewiss. Unter dieser Unsicherheitsbedingung legen Beobachter in der Gegenwart fest, was als riskant oder sicher gilt. Ohne die Wahrnehmung und Kommunikation von Gefahren, ohne kommunizierte Kriterien für Bedrohungen gäbe es keine Risiken. Auch das Konstrukt der Sicherheit basiert auf der Vorstellung und Kommunikation von Risiken. Risiken werden ebenso wie Bemühungen um Risikominimierung oder Sicherheit sozial ausgehandelt und durchgesetzt. Die Konstruktion von Risiken und Sicherheiten ist daher umstritten, historisch variabel und kontextabhängig. Außerdem ist sie häufig territorial indiziert. Dies demonstrieren aktuelle Beispiele wie die "Überalterung der Gesellschaft", "Naturkatastrophen", die "Vogelgrippe", "illegale Einwanderung" oder die Debatte um "No Go-Areas" und "Angsträume" in Deutschland.

Die Leitthemensitzung fragt nach den Mechanismen, Funktionen und Folgen der raumbezogenen Konstruktion von Risiko und Sicherheit in der modernen (Welt-)Gesell­schaft. Das Verständnis der Konstruktionsformen und -bedingungen von Risiko und Sicherheit ist eine wesentliche Voraussetzung für die Reflexion des gesellschaftlichen Umgangs mit Risiken. Interessierende Fragestellungen sind: Wie und mit welchen Folgen werden "natürliche" Risiken sozial konstruiert und gemanagt?; Welchen Mustern folgt die massenmediale Konstruktion von Naturkatastrophen?; Welche Konstruktionen spielen beim sicherheitsorientierten Umgang mit Phänomen wie Rassismus, Kriminalität, Epidemien oder illegaler Einwanderung eine Rolle?; Wie und wozu werden Risiko oder Sicherheit aus der Sicht von verschiedenen Akteuren (z.B. Versicherungsunternehmen, Planungsbehörden, Investoren ) konstruiert?

08:30-08:35 UhrEinführung durch die Sitzungsleitung
08:35-09:00 UhrMargareth Keiler (Wien): Mit Sicherheit am Rande der Gefahrenzone - Auswirkungen von Extremereignissen auf das Naturgefahrenmanagement

Wertentwicklungen der Gebäude an den Randbereichen von Gefahrenzonen stellen eine neue Herausforderung für das Naturgefahrenmanagement dar. ...mehr
09:00-09:25 UhrPeter Höppe und Andreas Siebert (beide München): Räumliche Aspekte im Risikomanagement der Versicherungswirtschaft

Seit mehr als 10 Jahren beschäftigt sich die Versicherungsbranche mit Geoinformatik. Heute sind Geo-Komponenten in vielen Anwendungen des Risikomanagements enthalten. ...mehr
09:25-09:45 UhrDiskussion
09:45-10:10 UhrPause
10:10-10:35 UhrOlivier Graefe (Fribourg): Zur Bedeutung von Machtverhältnissen

Inwiefern prägen Machtbeziehungen und soziale Konflikte den Umgang mit Risiko und das Bedürfnis nach Sicherheit? ...mehr
10:35-11:00 UhrHenning Füller und Nadine Marquardt (beide Frankfurt/M.): "Sicheres Wohnen" als Medium sozialer Kontrolle

Analyse von Machtmechanismen entlang neu produzierter paradigmatischer Orte des Wohnens in den USA und der BRD. ...mehr
11:00-11:20 UhrDiskussion
11:20-11:25 UhrRésumé durch die Sitzungsleitung
11:25-11:30 UhrWechselzeit


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