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FS 53: Kulturlandschaften als Weltkulturerbe zwischen Politik, Schutz und Nutzung

Montag, 01.10.2007: 08:30-11:30 Uhr, H 19, NW II

Jörg Stadelbauer (Freiburg)
joerg.stadelbauer@geographie.uni-freiburg.de
Sebastian Schröder-Esch (Kirchzarten)
Schroeder-Esch@web.de

Vorüberlegung: Unter den in die UNESCO-Liste des Welterbes eingetragenen Objekten befinden sich mehrere Gebiete, die als Kulturlandschaften in Anlehnung an den traditionellen Landschaftsbegriff der Geographie sowohl vom natürlichen Rahmen als auch von der anthropogenen Ausstattung und Nutzung her ausgewiesen wurden. Nicht ohne Steuerung durch die Tatsache, dass die Eintragung in die Liste eine deutlich politische Komponente besitzt, handelt es sich in der Regel um touristisch attraktive Gebiete, in denen die Nutzung eine Balance zwischen Bewahrung und touristischer Inwertsetzung zu versuchen hat. Dem Interessensdreieck von Politik, Schutz und Nutzung möchte die Sitzung entsprechen. Dabei sollen theoretisch-konzeptionelle Fragen ebenso wie an Fallbeispielen dokumentierte empirische Forschungen einbezogen werden. Als Themen werden vorgeschlagen:

  1. Wahrnehmung und Bewertung von Kulturlandschaften

  2. Bewertung und touristische Inwertsetzung kulturhistorischer Landschaftsrelikte: Antikes Erbe (Fallbeispiel)

  3. Bewertung und touristische Inwertsetzung kulturhistorischer Landschaftsrelikte: Islamisch-orientalisches Erbe (Fallbeispiel)

  4. Bewertung und touristische Inwertsetzung kulturhistorischer Landschaftsrelikte: kolonialzeitliches Erbe (Fallbeispiel)

Die Themen sollen vor dem Hintergrund der UNESCO-Regelungen zur Ausweisung und zum Schutz von Weltkulturerbestätten behandelt werden. Damit ist ein normativer Rahmen gegeben, dem die Entwicklung eines prinzipiell freien Tourismusmarktes gegenübergestellt wird, für das das UNESCO-Label zum Attraktivitätsmerkmal geworden ist. Zugleich wird angenommen, dass die Anträge an die UNESCO, die auf Eintrag in die Liste der Welterbestätten abzielen, nicht frei von politischen Erwägungen sind, die sowohl das (national-)staatliche Renommee als auch Aspekte der Wirtschaftsförderung einschließen.

08:30-08:35 UhrEinführung durch die Sitzungsleitung
08:35-09:00 UhrThomas Schmitt (Bonn): Kulturlandschaftsschutz unter den Bedingungen soziokultureller Transformation - Das Beispiel des UNESCO-Welterbes Tal des M'Zab (Algerische Nordsahara)

Der Beitrag behandelt den Kulturlandschaftsschutz in einem entwicklungsländerspezifischen Kontext unter Berücksichtigung des Einflusses der UNESCO. ...mehr
09:00-09:25 UhrJacqueline Passon (Freiburg i. Br.): Bewertung und touristische Inwertsetzung kulturhistorischer Landschaftsrelikte: Antikes Erbe (Fallbeispiel Libyen)

Beitrag zur Diskussion über Chancen und Risiken der touristischen Erschließung der Weltkulturerbestätten antiker Provenienz in Libyen. ...mehr
09:25-09:45 UhrDiskussion
09:45-10:10 UhrPause
10:10-10:35 UhrAchim Prossek (Dortmund): Die "Industrielle Kulturlandschaft Zeche Zollverein": Industriekathedrale, Designstandort, Tourismusmagnet

Analyse des Interessenkonflikts zwischen regionalem Imagewandel, Stadtteilentwicklung und Denkmalschutz am Beispiel von Zeche und Kokerei Zollverein. ...mehr
10:35-11:00 UhrUrs Müller und Norman Backhaus (beide Zürich): "Wir wollen frei sein, wie dies unsere Väter waren!" Unterschiedliche Wertvorstellungen, untersucht am Beispiel des UNESCO-Welterbes Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn (CH)

Am Beispiel des UNESCO-Welterbes Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn wird diskutiert, ob und wie der Welterbebegriff für eine nachhaltige Entwicklung der jeweiligen Gebiete dienlich bzw. hinderlich ist. ...mehr
11:00-11:20 UhrDiskussion
11:20-11:25 UhrRésumé durch die Sitzungsleitung
11:25-11:30 UhrWechselzeit


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