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FS 60: Exkursionen in Schule und Hochschule - innovativ

Montag, 01.10.2007: 08:30-11:30 Uhr, H 10, NW I

Gregor Falk (Freiburg)
gregor.falk@ph-freiburg.de
Ulrike Ernst (Berlin)
Ulrike.Ernst1@gmx.de



Exkursionen bilden ein konstitutives Element geographischer Ausbildung in Schule und Hochschule. Viele neue Erkenntnisse zur Optimierung des Lehr- und Lernerfolgs im Gelände liegen vor, doch noch immer dominieren nachfolgend beschriebene Szenarien: Alles in allem interessiert und voll gespannter Vorfreude wartet die Gruppe am vereinbarten Treffpunkt auf den "Experten", den Führer durchs Gelände. Bereits nach dem zweiten Halt scheint nur noch rund ein Drittel der Schüler geistig anwesend, die anderen träumen, oder halten ein kleines Privatpläuschchen. Nur noch als Hintergrundgeräusch nehmen sie die schier unendlichen Monologe zur Erläuterung der Gegebenheiten vor Ort war. Der Tag endet nicht mit dem vom Lehrer erhofften Lernerfolg und schon gar nicht mit einer für die Geowissenschaften begeisterten Schülerschar.

Diese klischeehaft überhöhte Darstellung eines fiktiven Exkursionstages weicht, wie Befragungen zeigen, nicht so weit von der Wirklichkeit ab. Um den Schülern und Studierenden die Begegnung mit Geophänomenen zu einem positiven und lehrreichen Erlebnis gereichen zu lassen, hält die Geographiedidaktik ein breites Spektrum an bewährten und innovativen Ideen und Möglichkeiten zur Exkursionsgestaltung bereit. Laufende Forschungsbemühungen sollen zu weiterer Optimierung führen. Im Vordergrund der Überlegungen stehen dabei einige didaktische Grundmaximen, die teilweise bereits in Zeiten der Reformpädagogik formuliert wurden und seither nicht an pädagogischer Relevanz eingebüßt haben.

Damit Informationen "bewusst das Hirn passieren" (Schmidt-Wulffen 1999) bedarf es zunächst des aktiven Tuns auf Seiten der Lerner, also ein Arbeiten und Lernen mit möglichst vielen, im Optimalfall mit allen Sinnen. Reine Vorträge im Gelände durch Lehrer, Schüler oder andere Experten ohne zumindest einen Hör- oder Beobachtungsauftrag sind fast immer zum Scheitern verurteilt. Idealerweise setzen sich die Lernenden forschend mit einem angetroffenen Phänomen auseinander. Der Lehrer/ Dozent fungiert als Moderator, Organisator und im Bedarfsfall auch als Wissensdienstleister. Diese in der (Hoch-)-Schulrealität nur schwer zu realisierende Form "forschender Geländearbeit" vereinigt eine Vielzahl derzeit in der Didaktik postulierter Vorstellungen, wie "guter" Unterricht methodisch und inhaltlich zu gestalten sei: handlungsorientiert, schülerorientiert, wissenschaftsorientiert, zukunftsorientiert, orientiert an der Vermittlung von Schlüsselqualifikationen, werteorientiert, zielorientiert - die Liste ließe sich je nach zugrundeliegender Quelle noch erweitern.

Das Ziel der Fachsitzung ist es zum einen, innovative aber dennoch im Lehralltag umsetzbare Exkursionsformen (prakt. Beispiele könnten u.A. die Erkundung möglicher Georisiken im Heimatraum thematisieren) vorzustellen, zum anderen in den aktuellen didaktisch-methodischen Forschungsstand einzuführen. Die Sitzung richtet sich ausdrücklich an Lehrende und Dozenten aller Ausbildungsebenen.

08:30-08:35 UhrEinführung durch die Sitzungsleitung
08:35-09:00 UhrYvonne Schleicher (Weingarten): Digitalisierung von Exkursionen: Mobile Learning und virtuelle Exkursio-nen

Mindeststandards zum Mobile Learning mit GPS-Geräten und Blended Learning mit virtuellen Exkursionen.
09:00-09:25 UhrBurkhard Richter und Eva Menton (beide Freiburg): Effektiv im Gelände lernen - Schüler erkunden die Gesteine ihrer Umgebung

Dieser Vortrag möchte Möglichkeiten und Methoden aufzeigen, wie Schüler möglichst eigenständig und mit viel Handlungsfreiraum vor Ort zielorientiert lernen können. Dem Lehrer wird nur noch die Rolle des "Wegweisers in Not" zugestanden.
09:25-09:45 UhrDiskussion
09:45-10:10 UhrPause
10:10-10:35 UhrMartin Scharvogel und Andrea Gerhardt (beide Kassel): Konstruktive Geographiedidaktik im Gelände

Konstruktive Geographiedidaktik im Gelände als Basis für die Handlungssicherheit bei der Durchführung von Exkursionen mit Schülerinnen und Schülern.
10:35-11:00 UhrWolfgang Hassenpflug (Kiel): Geographische Fortbildungsexkursionen (GFE)

Im Beitrag sollen die zeitlosen Ansätze des Jahrzehnte-Projekts der deutschen Schulgeographie vorgestellt und notwendige Modernisierungen diskutiert werden.
11:00-11:20 UhrDiskussion
11:20-11:25 UhrRésumé durch die Sitzungsleitung
11:25-11:30 UhrWechselzeit


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