HOME
Uni-Bayreuht Home

FS 06: Geoarchäologie - Landschaftsforschung im intra- und interdisziplinären Kontext

Montag, 01.10.2007: 13:30-16:30 Uhr, H 19, NW II

Markus Fuchs (Bayreuth)
markus.fuchs@uni-bayreuth.de
Andreas Vött (Marburg)
voett@staff.uni-marburg.de


Die Geoarchäologie versteht sich als Wissenschaftsdisziplin, die mit Hilfe geowissenschaftlicher Methoden und Techniken kulturlandschaftsgeschichtlich relevante Fragestellungen bearbeitet. Die Geoarchäologie agiert damit einerseits im Verschneidungsbereich von Physischer und Humangeographie und andererseits in enger Abstimmung mit den Kulturwissenschaften wie Archäologie, Vor- und Frühgeschichte und Geschichtswissenschaften. Diese inter- und intradisziplinäre Ausrichtung spiegelt sich sowohl in den Fragestellungen als auch in den beteiligten Disziplinen wider. Im Mittelpunkt geoarchäologischer Forschung steht die Frage nach Interaktionen zwischen Mensch und Umwelt in vergangenen Perioden. Damit ist die Landschafts- und Paläoumweltrekonstruktion zentraler Bestandteil geoarchäologischer Arbeiten, zu dem die Physische Geographie einen wesentlichen Beitrag leistet. So erlaubt die Interpretation von Geoarchiven einen Einblick in frühere Systemzustände, die wiederum Aufschluss über die ehemals herrschenden Umweltbedingungen geben.

Daneben sind es aber auch humanwissenschaftliche Disziplinen, die essentielle Aspekte der Mensch-Umwelt-Wechselwirkungen bearbeiten. Ohne ein Verständnis sozioökonomischer Prozesse ist die Frage nach den sich verändernden Landnutzungssystemen nicht zu beantworten, die wiederum direkte Auswirkungen auf die Umwelt wie beispielsweise Bodenerosion haben.

Aktuell erfährt die Geoarchäologie im deutschsprachigen Raum hohe Aufmerksamkeit. So wurden z.B. an mehreren Universitäten innerhalb Deutschlands entsprechende Studiengänge eingerichtet. Auf einer Fachsitzung Geoarchäologie sollen herausragende und repräsentative Beispiele geoarchäologischer Forschung vorgestellt werden, die den inter- und intradisziplinären Charakter dieser Forschungsrichtung widerspiegeln, aber auch dessen Praxisrelevanz aufzeigen.

13:30-13:35 UhrEinführung durch die Sitzungsleitung
13:35-14:00 UhrJörg Völkel, Matthias Leopold (beide München) und Susanne Sievers (Frankfurt/M.): Die wechselvolle Geschichte der Donaulandschaft um das Oppidum von Manching und ihre Bedeutung für die Interpretation archäologischer Grabungsfunde mehrerer Dekaden - ein Fallbeispiel kooperativer Forschungen von Geistes- und Geowissenschaften

Die wechselvolle Geschichte der Donaulandschaft um das Oppidum von Manching. ...mehr
14:00-14:25 UhrRenate Gerlach (Köln) und Andreas Dix (Bonn): Historische Geographie und Geoarchäologie. Kongeniale Partner oder Parallelwelten?

Umweltgeschichte versus Landschaftsgeschichte. Historische Siedlungs- und Landwirtschaftssysteme als Auslöser und Verstärker von Umwelthandlungen. ...mehr
14:25-14:45 UhrDiskussion
14:45-15:10 UhrPause
15:10-15:35 UhrJörg Linstädter und Christoph Zielhofer (beide Köln): Spätquartärer Landschafts- und Nutzungswandel im semiariden Nordosten Marokkos - eine geoarchäologische Rekonstruktion

Geoarchäologische Untersuchungen in Marokko zeigen den Zusammenhang von Umweltwandel und menschlicher Nutzung. ...mehr
15:35-16:00 UhrAxel Posluschny (Frankfurt/M.): Werkzeuge der Geographie für Fragen der Archäologie? Aussagemöglichkeiten des Naturraumbezugs früheisenzeitlicher Siedlungen in Mitteleuropa

Der Vortrag widmet sich landschaftsarchäologischen Analysen archäologischer Fundstellen und ihres Naturraumbezugs. ...mehr
16:00-16:20 UhrDiskussion
16:20-16:25 UhrRésumé durch die Sitzungsleitung
16:25-16:30 UhrWechselzeit


<< zurück zum Zeitplan