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FS 09: Jungpleistozäner und holozäner Landschaftswandel in Innerasien

Montag, 01.10.2007: 13:30-16:30 Uhr, H 20, NW II

Jörg Grunert (Mainz)
j.grunert@geo.uni-mainz.de
Frank Lehmkuhl (Aachen)
flehmkuhl@geo.rwth-aachen.de


Das Innere Asiens ist gekennzeichnet durch ein breites Spektrum von Naturräumen, die komplex miteinander vernetzt sind. Der Landschaftshaushalt befand sich im Jungpleistozän und frühen Holozän in einem ausschließlich klimaabhängigen Gleichgewicht, das sich den mehrfachen Klimaänderungen dynamisch anpasste.

Der wirtschaftende Mensch greift bereits seit Jahrtausenden in das System ein. Die Nutzung durch Weidewirtschaft und Ackerbau führte zu teilweise schwerwiegenden Vegetations- und Bodendegradierungen. Durch die sozialistische Transformation und den Übergang zur Marktwirtschaft wurden diese Prozesse extrem verstärkt und führten verbreitet zu Desertifikationserscheinungen.

Anthropogene Eingriffe, aber auch Effekte des aktuellen Klimawandels haben sich in unterschiedlichem Ausmaß auf die Komponenten des Landschaftshaushaltes ausgewirkt und das Systemgefüge der Landschaft örtlich aus dem Gleichgewicht gebracht. Desertifikation und Bodenauswehungen mit der daraus resultierenden atmosphärischen Staubbelastung, beispielsweise in Nordchina, sind nur die auffälligsten Indizien des rezenten Landschaftswandels. Weniger auffällig, jedoch ebenso tiefgreifend ist die allmähliche Verlagerung der natürlichen Vegetationszonen (Waldsteppen, Halbwüsten) sowie der geomorphologischen Formungs- und Prozessregionen. Unübersehbar ist dagegen jetzt schon die nachhaltige Veränderung des Wasserhaushaltes in den betroffenen Naturräumen.

In dieser Fachsitzung sollen neuere Forschungsergebnisse zu den folgenden Aspekten des Landschaftswandels in Innerasien vorgestellt werden:

Aufgrund der Interdisziplinarität der Thematik versteht sich die Fachsitzung als Forum der Vernetzung zwischen verschiedenen Bereichen der Geographie.

13:30-13:35 UhrEinführung durch die Sitzungsleitung
13:35-14:00 UhrBernd Wünnemann und Kai Hartmann (beide Berlin): Seestatusänderungen und Klimawandel im Trockenraum NW Chinas während der letzten 40.000 Jahre

Änderungen im Seestatus chinesischer Seen sind an globale Klimaänderungen gekoppelt und belegen den variablen Einfluss des Sommermonsuns in Zentralasien. ...mehr
14:00-14:25 UhrWolfgang Schwanghart, Brigitta Schütt und Michael Walther (Berlin/Ulan Bator): Holozäne Umweltentwicklung und Morphodynamik im Ugii Nuur Einzugsgebiet (Zentralmongolei)

Durch Sediment und Reliefanalyse wird Klima- und Landschaftsgeschichte in der zentralen Mongolei rekonstruiert. ...mehr
14:25-14:45 UhrDiskussion
14:45-15:10 UhrPause
15:10-15:35 UhrJusi Griessinger und Achim Bräuning (beide Erlangen): Dendroklimatologische Untersuchungen zur Monsunvariabilität Hochasiens

Anhand verschiedener Jahrringproxies soll die Klimageschichte der letzten ca. 200 Jahre für Tibet dargestellt werden. ...mehr
15:35-16:00 UhrEnno Nilson (Aachen): Jungquartäre Staubflüsse zwischen Asien und dem Nordpazifik: Archive, Muster und Faktoren

Schwankungen des Staubflusses in Asien unterliegen einer Fülle von Einflussgrößen, deren Gewichtung diskutiert wird. ...mehr
16:00-16:20 UhrDiskussion
16:20-16:25 UhrRésumé durch die Sitzungsleitung
16:25-16:30 UhrWechselzeit


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