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FS 04: Einsatz Geographischer Informationssysteme zur Modellierung von Naturgefahren und verursachenden Prozessen

Dienstag, 02.10.2007: 13:30-16:30 Uhr, H 10, NW I

Markus Disse (München)
markus.disse@unibw-muenchen.de
Tobias Heckmann (Eichstätt)
tobias.heckmann@ku-eichstaett.de


Mithilfe von GIS-gestützten Modellen lässt sich die Wirkungskette von geomorphologischen und hydrologischen Naturgefahrenprozessen vom Entstehungsort bis zum gesamten betroffenen Raum auf unterschiedlichen Maßstabsebenen simulieren und analysieren: Physikalisch-deterministische, statistische oder regelbasierte Dispositionsmodelle weisen potenzielle Startpunkte oder -flächen für Massenbewegungen aus, verschiedene Prozessmodelle simulieren die laterale Ausbreitung und/oder Reichweite der stürzenden, gleitenden oder fließenden Bewegung unterschiedlicher Prozessmedien (Locker- und Festgestein, Schnee, Wasser). Ein Geographisches Informationssystem kann dabei zur Generierung und Vorhaltung von Eingangsdaten (z.B. Digitale Höhenmodelle, Geofaktorenkarten), zur Berechnung von Ergebnissen sowie zu deren Analyse und Visualisierung verwendet werden. Die Modellresultate (räumliche und zeitlich veränderliche Daten) können für die Bearbeitung verschiedener naturgefahrenbezogener, geomorphologischer und hydrologischer Fragestellungen genutzt werden.

Die zunehmende Leistungsfähigkeit von Hard- und Software und die Möglichkeiten für den Forscher, eigene oder bereits existierende Modellansätze für die Anwendung innerhalb eines Geographischen Informationssystems zu programmieren, lassen für zahlreiche Problemstellungen eine vielfach praktizierte Trennung immer weniger notwendig erscheinen: Die Vorhaltung räumlicher Daten in einem GIS, die Berechnung von Modellen in eigenen Softwarepaketen und der anschließende Re-Import der Ergebnisse in ein GIS zur Weiterverarbeitung und Visualisierung. Die Vereinigung all dieser Arbeitsschritte auf einer gemeinsamen Plattform macht Geographische Informationssysteme zu einem wichtigen Werkzeug für die Bearbeitung von grundlagenwissenschaftlichen und angewandten Fragestellungen auf dem Gebiet der Naturgefahrenforschung. Durch die Verwendung frei zugänglicher GI-Systeme (Open GIS) ist es andererseits ohne größere Schwierigkeiten möglich, prozessorientierte Modelle und Geographische Informationssysteme online (silmultan) zu koppeln.

Die Fachsitzung soll dazu dienen, aktuelle Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Modellierung von Naturgefahrenprozessen vorzustellen. Es sollen schwerpunktmäßig Dispositions- oder Prozessmodelle im Hinblick auf methodische Aspekte (Prozessverständnis, Modellkonzept, Berechnung, Validierung) behandelt werden. Des Weiteren werden unterschiedliche GIS-basierte Anwendungsmöglichkeiten der Modelle diskutiert. Hierbei sind gleichberechtigt mit dem an das Leitthema des Geographentages anknüpfenden Anwendungsbereich der Gefahrenzonierung auch Arbeiten mit geomorphologischer oder hydrologischer Ausrichtung willkommen.

13:30-13:35 UhrEinführung durch die Sitzungsleitung
13:35-14:00 UhrKinga Varga (Eichstätt) und Bodo Damm (Wien): GIS-gestützte räumliche Modellierung von Rutschgefahren am Beispiel von Buntsandsteingebieten in Nordhessen und Südniedersachsen (BRD)

Räumliche Vorhersage von Rutschgefahren mit Hilfe eines empirisch-statistischen Modellansatzes. ...mehr
14:00-14:25 UhrTobias Krüger und Gotthard Meinel (beide Dresden): Entwicklung eines Modellsystems zur Abschätzung des Überflutungsrisikos großer Flussgebiete

Deich-Extraktion und -Simulation in hochauflösenden Digitalen Geländemodellen für Hochwassermodellierungen. ...mehr
14:25-14:45 UhrDiskussion
14:45-15:10 UhrPause
15:10-15:35 UhrMarkus Casper und Marcus Herbst (beide Trier): GIS-basierte Ableitung räumlicher Indices zur verbesserten Vorhersage von Abflussbildungsmustern mit einem modifizierten TOPMODEL-Ansatz

Verbesserung der Vorhersage hochwasserrelevanter Flächen in Niederschlag-Abfluss-Modellen. ...mehr
15:35-16:00 UhrAxel Sauer, Jochen Schanze und Ulrich Walz (alle Dresden): GIS-basierte quantitative Bewertung der Hochwasserrisiken durch schadstoffbelastete Sedimente

Modellierung, Visualisierung und Bewertung der chemischen Belastung für das Hochwasserrisikomanagement. ...mehr
16:00-16:20 UhrDiskussion
16:20-16:25 UhrRésumé durch die Sitzungsleitung
16:25-16:30 UhrWechselzeit


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