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FS 40: Modellierung und Simulation komplexer geographischer Systeme

Dienstag, 02.10.2007: 13:30-16:30 Uhr, H 9, NW I

Andreas Koch (Salzburg)
andreas.koch@sbg.ac.at
Peter Mandl (Klagenfurt)
peter.mandl@uni-klu.ac.at


Geographische Untersuchungen von sozial- und naturräumlichen Phänomenen setzen sich zunehmend mit der Frage nach deren Komplexität auseinander. Komplexe Systeme haben u.a. die Eigenschaft, dass eine analytische Betrachtung ihrer Bestandteile allein nicht zum Verständnis des Gesamtsystems beiträgt, da gerade das Zusammenwirken der vermeintlichen Einzelteile das Verhalten des Gesamtsystems prägt. Das Entstehen solcher, neuer Systemeigenschaften wird als Emergenz bezeichnet und ist geographisch besonders interessant, wenn dadurch neue räumliche Strukturen und Muster entstehen. Eine der modernen Herausforderungen für die Geographie ist es, ein passendes Modell zur operativen Abbildung eines solchen komplexen geographischen Systems zu finden und damit Problemlösung durch Computersimulation zu betreiben. Die Fachsitzung soll Einblick in solche, im deutschen Sprachraum in den letzten Jahren entwickelte Simulationsmodelle komplexer geographischer Systeme, bieten.

Die Beiträge können sowohl aus naturwissenschaftlichen, ökologischen, sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Anwendungsbereichen als auch aus dem methodisch-theoretischen Zweig der Geographie stammen. Sie sollen Modelle zeigen, die geeignet sind, Komplexität zu repräsentieren und komplexe Systeme mit ihren räumlichen Zusammenhängen abzubilden, zu simulieren und passend zu visualisieren. Solche Modelle können beispielsweise Multiagentensysteme, Zelluläre Automaten, Neuronale Netze oder GIS-gestützte Animationen beinhalten. In diesem Kontext kann auch die Frage, ob und auf welche Weise eine Integration mehrerer Methodentypen zum Verständnis von Komplexität beiträgt, gestellt und beantwortet werden.

Das Ziel der Sitzung ist es zu zeigen, welche Charakteristika Modelle zur Repräsentation komplexer geographischer Modelle haben müssen, welches Systemverhalten mit solchen Modellen abgebildet werden kann, welche Probleme durch die Simulation mit solchen Modellen gelöst werden können und was solche Modelle für die Praxis, also die Vorhersage, die Planung, die Folgenabschätzung, den Katastrophenschutz u.ä. leisten können. Falls darüber hinaus auch Arbeiten existieren, die die theoretische Fundierung von Komplexität in der Geographie darlegen und somit der Frage nachgehen, mit welchen theoretischen Ansätzen die Entstehung, Veränderung und Erhaltung komplexer räumlicher Strukturen, Muster und Zusammenhänge beschrieben und erklärt werden können, sind diese ebenfalls willkommen. Das Motto der Komplexitätsforschung, dass das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile, gilt auch für diese Fachsitzung, d.h. dass durch die oben genannten Ähnlichkeiten der Ansätze die neuen Möglichkeiten und Chancen solcher Modelle zum Vorschein kommen und explizit gemacht werden sollen.

13:30-13:35 UhrEinführung durch die Sitzungsleitung
13:35-14:00 UhrSven Müller (Dresden).: Schulnetzplanung unter Schrumpfungsbedingungen

Auf der Basis eines komplexen Schul- und Verkehrsmittelwahlmodells wird ein Vorschlag zur Schulnetzplanung vorgestellt. ...mehr
14:00-14:25 UhrSimone Naumann und Alexander Siegmund (beide Heidelberg): Modellierung der Siedlungsentwicklung auf Teneriffa auf Basis von multikriteriellen Entscheidungsverfahren und Zellulären Automaten

Die komplexe Siedlungsentwicklung auf Teneriffa wird mit Zellulären Automaten und einem GIS-Modell für 25 Jahre simuliert. ...mehr
14:25-14:45 UhrDiskussion
14:45-15:10 UhrPause
15:10-15:35 UhrJürgen Rauh, Tilman A. Schenk und Daniel Schrödl (alle Würzburg): Agentenbasierte Simulation von Konsumentenhandeln

Mit einem Multiagentenmodell wurden Einkaufsentscheidungen für Lebensmittel und Bekleidung modelliert und prognostiziert. ...mehr
15:35-16:00 UhrChristiane Döll und Petra Döll (beide Frankfurt/M.): Modellierung der Problemwahrnehmungen und Interaktionen von Akteuren im Bereich der mobilen, organischen Fremdstoffe

In einer Akteursmodellierung werden Zusammenhänge und Handlungen zur Lösung der Problematik mobiler, organischer Fremdstoffe simuliert. ...mehr
16:00-16:20 UhrDiskussion
16:20-16:25 UhrRésumé durch die Sitzungsleitung
16:25-16:30 UhrWechselzeit


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