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FS 44: Good bye Lenin: Nationalisierung »von unten« als postsozialistischer »Restabilisierungsprozess«

Dienstag, 02.10.2007: 13:30-16:30 Uhr, H 17, NW II

Peter Lindner (Frankfurt/M.)
plindner@geographie.uni-erlangen.de
Ulrich Ermann (Leipzig)
u_ermann@ifl-leipzig.de

Aus westlicher Perspektive wird das Ende der sozialistischen Zentralplanwirtschaften in erster Linie als "Befreiung", "Demokratisierung" oder "Liberalisierung" wahrgenommen. Aus der Perspektive der "Betroffenen" hingegen zeichnen insbesondere Studien auf der Mikroebene meist ein anderes Bild: hier wird deutlich, dass der Systemwechsel als fundamentale gesellschaftliche, aber auch individuelle Destabilisierung empfunden wurde, die eine Neuorientierung unumgänglich machte. "Transformation" wird in diesem Sinn zu einer ergebnisoffen zu denkenden Suche nach neuen, stabilisierenden Identitäten. Neben marktvermittelter Schichtzugehörigkeit und einer neuen Religiosität zählt die Re-Nationalisierung (bzw. Ethnisierung) dabei zu den wichtigsten Ankerpunkten. Diesen Aspekt greift die Sitzung heraus, klammert jedoch den Staat als Akteur bewusst aus und konzentriert sich stattdessen auf die Vermittlung nationaler Identitäten in der Alltagswelt durch Wissenschaft, Arbeit, Bildung, Kultur, Kunst und Konsum. Der Titelvorschlag "Good Bye Lenin" spielt darauf an. Während im Film eine Pseudo-Stabilisierung durch die Beibehaltung sozialistischer Alltagskultur erreicht wird, stellt "Nationalisierung" eine in vieler Hinsicht problematische alternative Stabilisierungsstrategie nach der endgültigen "Verabschiedung von Lenin" dar.

13:30-13:35 UhrEinführung durch die Sitzungsleitung
13:35-14:00 UhrMartin Müller (Münster/Durham): Zwischen Pravda und Prada: Post-sozialistische Identitätsverhandlung an einer russischen "Elitehochschule"

Geopolitische Identitäten an einer russischen "Elitehochschule" in der post-sozialistischen Transformation. ...mehr
14:00-14:25 UhrBernd Adamek-Schyma (Leipzig): Good bye Lenin - Hallo Franko? Literatur und Nationenbildung oder das (Wieder-)Einschreiben der Ukraine nach Europa

Schrei(b)en nach Europa: Landschaft, Topographie, Raum und Ort als Fundamente junger ukrainischer Literatur? ...mehr
14:25-14:45 UhrDiskussion
14:45-15:10 UhrPause
15:10-15:35 UhrBernd Belina (Leipzig) und Mihaela Arambasa (Potsdam): Good Bye Moldawische SSR, hello Moldova - Alltägliche Identitätsbildung zwischen "Rumänismus" und "Moldovenismus"

Wie definieren "normale" Moldauer ihre nationale Identität zwischen großrumänischem und moldauischem nation building? ...mehr
15:35-16:00 UhrMatthias Schmidt (Berlin): Zurück zu Jailoo - Nationenbildung im postsowjetischen Kirgistan

Verlust gewohnter Sicherheiten und die Suche nach neuen Identitäten und Lebensunterhaltsstrategien in Kirgistan. ...mehr
16:00-16:20 UhrDiskussion
16:20-16:25 UhrRésumé durch die Sitzungsleitung
16:25-16:30 UhrWechselzeit


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