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FS 23: Orte des Erinnerns und Vergessens

Mittwoch, 03.10.2007: 08:30-11:30 Uhr, H 19, NW II

Vera Denzer (Leipzig)
denzer@rz.uni-leipzig.de
Werner Bischoff (Frankfurt/M.)
w.bischoff@em.uni-frankfurt.de


Kaum ein Ort kann sich heute noch eines breiten Brandings hinsichtlich seiner individuellen Standorteigenschaften entziehen, unter besonderem Bezug auf historische Verankerung und geschichtliche Kontinuität. Dabei wird es zum vordringlichen Ziel, Erinnerungsspuren in einem vornehmlich massenmedial selektierten kollektiven Gedächtnis einzuschreiben. Die so geronnenen Erinnerungen sind Ergebnisse von Konflikten um die vorherrschende Bedeutungsaufladung der (nicht nur) bebauten Umwelt und haben somit eine eminent machtbezogene Komponente. Ferner können sie eine Rahmenbedingung zur Attraktion weltweit mobilen Kapitals darstellen: dies kann von räumlich gebundenen wirtschaftlichen Investitionen hin zu ephemeren touristischen Ausgaben reichen.

Aus theoretischer Sicht handelt es sich dabei um ein Vorgehen, dass bewusst Prozesse der Selektion, Ästhetisierung und der Reifikation zur Bewältigung von Krisen einsetzt. Aus einer Varietät an geschichtlichen Ereignissen, werden aktuell einerseits solche ausgewählt, die symbolisch das vermeintlich größte Potenzial aufweisen, die erhofften "Kapitalströme" in den jeweiligen Ort zu lenken. Damit werden diese kulturellen Ereignisse an einzelnen Örtlichkeiten materialisiert und visuell greifbar gemacht: Denkmäler, architektonische Gestaltungen und Plätze ebenso wie alltägliche und symbolische Landschaften dienen als Orte der zur Materie gewordenen, oftmals bruchlos hergestellten Geschichte. Mehr noch: die Mannigfaltigkeit und Heterogenität von Geschichte kondensiert in einer Örtlichkeit und wird durch diese Örtlichkeit (als Einheit) repräsentiert.

Im Zentrum der Debatte in der Fachsitzung stehen dabei folgende Fragenkomplexe:

Ziel der Fachsitzung ist es, anhand von empirischen Beispielen genauer auf die Besonderheiten solcher Orte der Erinnerung und des Vergessens zu schauen. Dabei soll besondere Aufmerksamkeit zum einen der Funktion dieser Orte für Selbstbeschreibung unterschiedlichster gesellschaftlicher Gruppierungen gewidmet werden und zum anderen den Gründen, die hervorgebracht werden, um die Relevanz eines Ortes zu artikulieren.

08:30-08:35 UhrEinführung durch die Sitzungsleitung
08:35-09:00 UhrSandra Petermann (Mainz): Verdun. Ort des Gedenkens

Gedenkrituale kreieren vielfache Bedeutungszuschreibungen: Räume der Ideologie, des Glaubens und des Wissens. ...mehr
09:00-09:25 UhrMarius Czepczynski (Gdynia): Reminiscence and oblivion of socialist past: re-positioning of Central European landscape icons

Transformation of symbolic places indicates present fears, ambitions and objectives of post-socialist societies. ...mehr
09:25-09:45 UhrDiskussion
09:45-10:10 UhrPause
10:10-10:35 UhrMartin Scharvogel (Kassel): Der Raum als Medium der Erinnerung

Ideologie - Diskurs - Interesse - Gesetz - Ökonomie - Erfahrung - Erleben: Über das Netz, das den Raum als Medium der Erinnerung überspannt. ...mehr
10:35-11:00 UhrRegina Bittner (Dessau): Bauhausstadt im Gartenreich

Im Beitrag wird die Rolle der beiden Erinnerungsorte Bauhaus und Gartenreich im Kontext raumbezogener Identitätspolitik in Dessau diskutiert. ...mehr
11:00-11:20 UhrDiskussion
11:20-11:25 UhrRésumé durch die Sitzungsleitung
11:25-11:30 UhrWechselzeit


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