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FS 54: Entstehungsprozesse regionaler Cluster - Unternehmensgründungen, Institutionen und Governance

Mittwoch, 03.10.2007: 08:30-11:30 Uhr, H 12, NW I

Rolf Sternberg (Hannover)
sternberg@wigeo.uni-hannover.de
Reinhold Grotz (Bonn)
r.grotz@uni-bonn.de


Regionale Cluster stellen nicht nur in der Geographie ein aktuelles Forschungsfeld dar. Ein klarer Fokus der Arbeiten zu dieser Thematik liegt auf der Analyse der Funktion und Wirkungsweise etablierter Cluster. Ihr Tenor ist, dass Cluster das regionale Wirtschaftswachstum positiv beeinflussen, indem sie zur Erhöhung der betrieblichen Produktivität und Innovationsfähigkeit beitragen sowie Unternehmensgründungen stimulieren. Diese Aspekte haben auch das Interesse regionalpolitischer Akteure an dem Clusterkonzept geweckt. Neben der Förderung existenter Unternehmensballungen streben sie die Schaffung weiterer Cluster an, verbunden mit der Hoffnung, auch nicht-innovativen Regionen die Möglichkeit einer wissensbasierten Regionalentwicklung einräumen zu können. Wiederholt wurde dabei versucht, Clusterbildungsprozesse durch die Schaffung solcher Bedingungen anzustoßen, die als Kennzeichen erfolgreicher Cluster angesehen werden. Ein solches Vorgehen ist jedoch problematisch, da sich diejenigen Faktoren, die für das Wachstum von Clustern verantwortlich sind, von denjenigen unterscheiden, die deren Entstehung beeinflussen: Eine unterstützende institutionelle Infrastruktur, die zwischenbetriebliche Vernetzung, ein Nebeneinander von Konkurrenz und Kooperation und andere Clustercharakteristika entwickeln sich erst mit der Zeit und sind daher in entstehenden Clustern kaum oder gar nicht vorhanden. Vor diesem Hintergrund überrascht es wenig, dass etlichen Versuchen zur Initialisierung regionaler Cluster kein Erfolg beschieden war.

Ursachen für die bislang offenkundig nur lückenhaften Erkenntnisse über die frühen Entwicklungsphasen sind vor allem in der schwierigen Identifikation entstehender Cluster zu sehen. Gleichwohl stellt das Wissen über die Entstehungsprozesse regionaler Cluster einen wichtigen Aspekt der Regionalförderung dar: Da ein entstehender Cluster in aller Regel kein unterstützendes institutionelles Umfeld hat, ist er vergleichsweise stärker auf Förderung angewiesen als ein funktionierender Cluster. Zudem bestehen gerade in der Entstehungsphase große Einfluss- und Förderungsmöglichkeiten.

Ziel der Sitzung ist es daher, einen aktuellen Überblick über die Entstehung regionaler Cluster zu bieten sowie entsprechende Handlungs- und Forschungsfelder zu identifizieren. Hierzu sollen sowohl empirische als auch theoretische Arbeiten diskutiert werden, die sich mit dem Entstehungsprozess regionaler Cluster befassen. Inhaltliche Schwerpunkte hierbei sind:

08:30-08:35 UhrEinführung durch die Sitzungsleitung
08:35-09:00 UhrMax-Peter Menzel (Bern): Wie entstehen Cluster? Eine Kritik stochastischer Erklärungsansätze

Die Generierung und Nutzung von Zufällen für die Entstehung regionaler Cluster. ...mehr
09:00-09:25 UhrSebastian Henn (Halle): Genese und Wachstumspotenziale regionaler Cluster am Beispiel der Nanotechnologie

Thematisiert wird der Zusammenhang zwischen der Entstehung und dem Wachstumspotenzial von Clustern. ...mehr
09:25-09:45 UhrDiskussion
09:45-10:10 UhrPause
10:10-10:35 UhrRudolf Juchelka (Duisburg/Essen): Logistik-Cluster - Modeerscheinung der Regionalförderung oder Strategie nachhaltiger regionaler Entwicklung?

Aus wirtschaftsgeographischer Perspektive werden die Entstehungs-, Steuerungs- und Übertragbarkeitsdeterminanten von Logistik-Clustern analysiert. ...mehr
10:35-11:00 UhrMatthias Kiese (Hannover): Regionale Clusterpolitik zwischen institutioneller Konvergenz und Vielfalt: Konzeptionelle Überlegungen und Fallbeispiele aus Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen

Die Generierung und Nutzung von Zufällen für die Entstehung regionaler Cluster. ...mehr
11:00-11:20 UhrDiskussion
11:20-11:25 UhrRésumé durch die Sitzungsleitung
11:25-11:30 UhrWechselzeit


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