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FS 58: Evolution oder Chaos: konzeptionelle Innovationen in der Wirtschaftsgeographie

Mittwoch, 03.10.2007: 08:30-11:30 Uhr, H 9, NW I

Christian Zeller (Bern)
zeller@giub.unibe.ch
Walter Thomi (Halle)
walter.thomi@geo.uni-halle.de


Die Wirtschaftsgeographie war stets durch einen ausgeprägt deskriptiven Empirismus gekennzeichnet. Mit dem raumwissenschaftlichen Ansatz erfuhr die Disziplin eine erste Systematisierung. Allerdings reichte sie nicht aus, um die ökonomischen und gesellschaftlichen Umbrüche seit den 1970er Jahren sowie die radikale Transformation bisheriger Produktionsformen ausreichend abbilden zu können. In der Folge entstand eine relative Vielzahl von alternativen Konzepten und Interpretation in Bezug auf das Verstehen und Erklären der räumlichen Strukturen der Wirtschaft sowie der diese tragenden Kräfte.

Einerseits wurde die zunehmende Bedeutung regional basierter wirtschaftlicher Organisations- und Arbeitsformen (z.B. Cluster, Distrikte, Learning Regions, innovative Milieus, regionale Innovationssysteme) betont. Anderseits wurden die globalen Verflechtungen der Wertschöpfungsketten und die Zwänge der Globalisierung thematisiert. Auch das Phänomen der -New Economic Geography- wurde in der Fachdisziplin wahrgenommen, aber mehr strategisch als inhaltlich diskutiert. Als sehr bedeutend sind die Anregungen aus der Institutionen- und Evolutionsökonomik anzusehen, die den theoretischen Bezugsrahmen erheblich erweiterten. Gleiches gilt auch für die mehr gesellschaftswissenschaftlich inspirierten polit-ökonomischen Ansätze von Akkumulationsregimen oder Formationen, die sich um eine gesamtgesellschaftliche Dimension in der fachwissenschaftlichen Theoriebildung bemühen.

Die Fachsitzung möchte den Versuch wagen, Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher Denkrichtungen und Ansätze mit dem Ziel zusammen zu bringen, das Gemeinsame und Trennende ihre theoretischen Konzepte im Hinblick auf eine fachwissenschaftliche Integration und Weiterentwicklung zu diskutieren. Folgende Fragen sollen ganz speziell angesprochen werden:

08:30-08:35 UhrEinführung durch die Sitzungsleitung
08:35-09:00 UhrEike W. Schamp (Frankfurt/M.): Institutionalisierungsprozesse und Evolution als Konzepte der wirtschafts-geographischen Prozessanalyse

Der Beitrag diskutiert das Spannungsverhältnis von "technischer" Evolution und gesellschaftlicher Institution für die Erklärung (regionalen) Wandels. ...mehr
09:00-09:25 UhrRobert Hassink (Oslo): Die relationale und evolutionäre Wirtschaftsgeographie: konkurrierend oder ergänzend?

Der Beitrag diskutiert rivalisierende und komplementäre Aspekte der beiden Ansätze. ...mehr
09:25-09:45 UhrDiskussion
09:45-10:10 UhrPause
10:10-10:35 UhrHans-Martin Zademach und Monika Knogler (beide München): Zur Inwertsetzung modularer Produktionsnetzwerke in Deutschland: Potenziale und räumliche Implikationen am Beispiel der Halbleiterindustrie

Das Konzept der modularen Produktionsnetzwerke am Beispiel der Halbleiterindustrie in Deutschland. ...mehr
10:35-11:00 UhrMartina Fromhold-Eisebith (Aachen) und Martina Fuchs (Köln): "Industrielle Transition" als konzeptionelle Innovation? Zu neuartigen Zusammenhängen von Internationalisierung und Regionalentwicklung

Haben Industriestandorte und -regionen in Deutschland noch eine Zukunft? Das Konzept der "industriellen Transition" soll neue Prozesse des industriellen Strukturwandels im Kontext der internationalen Arbeitsteilung erfassen. ...mehr
11:00-11:20 UhrDiskussion
11:20-11:25 UhrRésumé durch die Sitzungsleitung
11:25-11:30 UhrWechselzeit


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