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LT AB.2: Geographie der Gesundheitsrisiken

Montag, 01.10.2007: 13:30-16:30 Uhr, H 18, NW II

Thomas Kistemann (Bonn)
boxman@ukb.uni-bonn.de
Jürgen Schweikart (Berlin)
schweikart@thf-berlin.de

Gesundheit ist eine zentrale Größe menschlicher und gesellschaftlicher Entwicklung. Gesundheit, gemäß WHO nicht nur die Abwesenheit von Krankheit, sondern ein Zustand körperlichen, psychischen und sozialen Wohlbefindens, beeinflusst die individuelle sowie die gesellschaftliche Leistungsfähigkeit. Dieser Zusammenhang ist entwickelten Gesellschaften, abgesehen von Erfahrungen auf individueller Ebene, wenig präsent, weil viele unmittelbare Gesundheitsrisiken, wie z.B. Seuchen, ihre Bedeutung verloren haben und weil gesellschaftliche Sicherungssysteme die individuellen Folgen von Gesundheitsrisiken, Krankheit und Behinderung abfedern. In weniger entwickelten Ländern hat die Beziehung zwischen Gesundheit und Entwicklung jedoch nach wie vor größte Bedeutung.

Risiken für die menschliche Gesundheit können aus einer Vielzahl biologischer, physikalischer, chemischer, aber auch sozialer Faktoren entstehen. Diese Faktoren können einerseits selbst die Gesundheit direkt und unmittelbar beeinflussen. Beispielhaft sind Infektionserreger, ionisierende Strahlen oder Gewalteinwirkungen infolge Überflutungen zu nennen.

Andererseits können Risikofaktoren die Verbreitung von Krankheiten indirekt begünstigen, wie z.B. Veränderungen der Umwelt, die der Ökologie bestimmter Krankheitserreger entgegenkommen. Hierzu gehören auch soziale, soziodemographische und sozioökonomische Faktoren, die erheblichen Einfluss auf die Gesundheit nehmen können. Zu denken ist etwa an die Alterung von Bevölkerungen, Migrations- und Segregationsprozesse, Veränderungen des Wohlstandes sowie der Wohlstandsverteilung von Gesellschaften. Daraus können wiederum Änderungen des Angebotes und der Zugänglichkeit von Gesundheitsdienstleistungen sowie Änderungen der Vulnerabilität gegenüber Gesundheitsrisiken resultieren. Auch die Verbreitung besonders risikoreicher Verhaltensweisen wie des Rauchens steht in engem Zusammenhang zu den sozialen Bedingungen.

Zahlreiche dieser Faktoren unterliegen einem räumlich-zeitlichen Wandel, der durch anthropogene Einflüsse vielfach beschleunigt und intensiviert wird. Und nicht nur die Risikofaktoren verändern sich, sondern auch ihre individuelle und gesellschaftliche Wahrnehmung und Bedeutungsabschätzung. Der Umgang mit ihnen unterliegt einem kontinuierlichen Wandel, der nicht notwendigerweise zur Bedeutungsänderung des jeweiligen Risikofaktors proportional ist.

Die Leitthemensitzung wird zum Ziel haben, unterschiedliche Facetten und Perspektiven des breiten Panoramas von Gesundheitsrisiken genauer und unter besonderer Berücksichtigung ihrer geographischen Dimension vorzustellen. Dabei soll auch die räumlich-zeitliche Differenzierung des Umgangs mit Gesundheitsrisiken berücksichtigt werden. Schließlich soll verdeutlicht werden, in welcher Weise und Intensität die Felder der geographischen "Risikomatrix" (Katastrophe/Destabilisierung/Sicherheit - Theorie/Politik/Anwendung) zur menschlichen Gesundheit, ihren Risiken, ihrem Schutz und ihrer Förderung in Beziehung stehen.

13:30-13:35 UhrEinführung durch die Sitzungsleitung
13:35-14:00 UhrChristina Frank (Berlin): Neue und zurückkehrende Infektionskrankheiten

In einer globalisierten Welt gewinnen neue und zurückkehrende Infektionskrankheiten an Bedeutung. ...mehr
14:00-14:25 UhrKlaus Geiselhart (Erlangen): Antiretrovirale Medikamente als Strategie im Kampf gegen HIV-Pandemie - Fallbeispiel Botswana

Botswana begegnet der enormen HIV-Prävalenzrate durch die Vergabe von antiretroviralen Medikamenten. Welche Risiken, Strategien und soziale Auswirkungen verbinden sich damit? ...mehr
14:25-14:45 UhrDiskussion
14:45-15:10 UhrPause
15:10-15:35 UhrAlexandra Titz (Frankfurt/M.): start - Strategien zum Umgang mit Arzneimittelwirkstoffen im Trinkwasser

Ziel von start ist es, in Kooperation mit Praxispartnern integrierte Handlungsstrategien zu entwickeln, die einen vorsorgenden Umgang mit dem Risiko durch Einträge von Arzneimittelwirkstoffen in den Wasserkreislauf ermöglichen. ...mehr
15:35-16:00 UhrSusanne Herbst (Bonn): Wasser und sanitäre Infrastruktur: Schlüsselgrößen für Gesundheit

Mangelnde Wahrnehmung des Wasser-Abwasser-Nexus bedingt häufig die fäkale Kontamination von Trinkwasser. ...mehr
16:00-16:20 UhrDiskussion
16:20-16:25 UhrRésumé durch die Sitzungsleitung
16:25-16:30 UhrWechselzeit


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