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FS 59: Interkulturelles Lernen im Geographieunterricht

Mittwoch, 03.10.2007: 13:30-16:30 Uhr, H 11, NW I

Alexandra Budke (Potsdam)
abudke@rz.uni-potsdam.de
Karl W. Hoffmann (Mainz)
kwh.hoffmann@gmx.de


Ausgehend von der Idee der Völkerverständigung entwickelten sich die Konzepte der internationalen oder interkulturellen Erziehung sowie der Friedenserziehung, welche didaktisch für den Erdkundeunterricht aufgearbeitet wurden. Die noch immer bestehende und sogar steigende gesellschaftliche Relevanz dieser Konzepte ergibt sich aus den ungelösten weltweiten Problemen wie den immer neu ausbrechenden Kriegen, weltweiten Terroranschlägen, dem Erstarken rechtsextremer Parteien in Deutschland und der zu beobachtenden Diskriminierung und Marginalisierung von Ausländern, was u. a. darauf zurück zu führen ist, dass auch noch im 21. Jahrhundert Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und religiöser Fanatismus bestehen und das "Ideal" der interkulturellen Erziehung, einer Welt, in der internationale und interethnische Konflikte friedlich gelöst werden und in der die Menschen den Umgang mit Fremden als persönliche Bereicherung empfinden, weder in Deutschland noch anderswo vollständig verwirklicht werden konnte.

Aus diesem Grund wird interkulturelle Erziehung und/oder Friedenserziehung in fast allen bundesdeutschen Lehrplänen für das Fach Geographie vorgeschrieben. Jedoch sind zentrale theoretische Annahmen und ihre didaktische Umsetzung der älteren Konzepte in letzter Zeit auch im Zuge der "neuen Kulturgeographie" kontrovers diskutiert worden (u. a. Kritik am Kulturerdteilkonzept, an der Behandlung von nationalen Selbst- und Fremdbildern und an der Darstellung der Migrationsproblematik in Erdkundebüchern). Das Ziel der Fachsitzung zu diesem für den Geographieunterricht zentralen Thema ist es, unter Einbeziehung neuerer theoretischer und empirischer Forschungsergebnisse die theoretischen Grundlagen des Konzepts des "interkulturellen Lernens" zu diskutieren und über eine möglichst sinnvolle unterrichtspraktische Umsetzung der didaktischen Ziele nachzudenken.

13:30-13:35 UhrEinführung durch die Sitzungsleitung
13:35-14:00 UhrAndreas Pott (Frankfurt/M.): Neue Kulturgeographie in der Schule? Zur Beobachtung von Kulturen, Räumen und Fremden

Der Vortrag entfaltet den beobachtungstheoretischen Ansatz als einen möglichen Impuls der Neuen Kulturgeographie für die Schule. ...mehr
14:00-14:25 UhrAndreas Thierer (Tübingen): Fremdverstehen im Geographieunterricht: Theoretische Überlegungen und unterrichtspraktische Folgerungen

Fremdverstehen und interkulturelle Kompetenz können nur gelingen, wenn die gängige Schulpraxis um subjektzentrierte Fragestellungen erweitert wird. ...mehr
14:25-14:45 UhrDiskussion
14:45-15:10 UhrPause
15:10-15:35 UhrGabriele Schrüfer und Obermaier (beide Bayreuth): Interkulturelles Lernen auf Exkursionen

Wie und wann kann interkulturelles Lernen auf Exkursionen initiiert werden? ...mehr
15:35-16:00 UhrH.-D. Schultz (Berlin): Das Scheitern in die Wiege gelegt? Der "Vielvölkerstaat" Jugoslawien und sein Zerfall im Geographieunterricht, und was man daraus lernen kann

Es geht um die unterrichtliche Behandlung Ex-Jugoslawiens als Modellfall für Probleme der europäischen Integration. ...mehr
16:00-16:20 UhrDiskussion
16:20-16:25 UhrRésumé durch die Sitzungsleitung
16:25-16:30 UhrWechselzeit


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