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Anders reisen?! Tourismus zwischen Reisewarnung, Abenteuer und Tragödie

Mirka Dickel (Mainz)

Dienstag, 02.10.2007: 10:10-10:35 Uhr

Berichte über Anschläge, Kriege, Entführungen, Naturkatastrophen und Epidemien haben zur Folge, dass attraktive Reiseziele als "unsicher" eingestuft werden. Laut "Reiseanalyse 2002" rangiert das Bedürfnis nach persönlicher Sicherheit an erster Stelle bei den Kriterien für Reiseentscheidungen. Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes, von Reiseveranstaltern, in Tagespresse und Reiseführern kommen diesem Bedürfnis entgegen. Die Minimierung des Risikos stellt aber nur einen Pol im Spannungsfeld konkurrierender touristischer Ansprüche dar. Der andere Pol wird durch den Wunsch nach der "sinnlichen Erfahrung imaginärer Welten" (Hennig) markiert. Individuell und kollektiv vorhandene Phantasien werden auf exotische Orte projiziert und unterwegs real erlebbar. Nicht selten befindet sich der moderne Tourist somit in einem Bedürfniskonflikt zwischen Sicherheit und Abenteuer. Unterricht, der zu "aufgeklärtem Reisen" anleiten möchte, hat die Aufgabe, in diesem Dilemma Orientierung zu bieten, so dass Reiseentscheidungen getroffen und verantwortet werden können.

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