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Das Amu Darya Grenzgebiet im Spannungsfeld von Staatsbildungs- und Staatsverfallsprozessen

Bernd Kuzmits (Bonn)

Montag, 01.10.2007: 15:35-16:00 Uhr

In diesem Vortrag soll darauf eingegangen werden, inwiefern unterschiedlich verlaufene Staatsbildungsprozesse die lokalen Organisationsstrukturen in dem Grenzgebiet des Amu Darya (Afghanistan, Tadschikistan, Usbekistan) veränderten, wie sich hier lokale Strukturen gegenüber staatlichen Einflussnahmeversuchen resistent zeigten und wie grenzübergreifende Identitäten und Handlungen auf lokale Strukturen und indirekt auf die Staatsbildungsprozesse wirken.
Die Amu Darya Grenzregion stellt ein interessantes Untersuchungsgebiet dar, da sich hier in der Geschichte immer wieder Phasen grenzübergreifender Aktivitäten (18. und 19. Jahrhundert) mit Phasen der völligen Abschottung (Sowjetunion) abwechselten. Gegenwärtig kann beobachtet werden, wie diese Grenze, eine der schärfsten sozio-ökonomischen Trennlinien der Welt, wieder eine Aufweichung erfährt und transnationale Netzwerke für ökonomische Zwecke (v.a. Drogenhandel) und politische Ziele (Islamismus) genutzt werden. Die Grenze stellt zudem nicht nur eine Gefahr dar, sondern auch eine wichtige Ressource: So ist die Verteilung des Wassers des Amu Daryas eine der wichtigsten Herausforderung für die Anrainerstaaten.

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