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"Die versteht ihn, weil sie auch aus Thüringen ist" - Geographisches Argumentieren im Alltag

Tilo Felgenhauer (Jena)

Dienstag, 02.10.2007: 14:00-14:25 Uhr

"Räume" und "Regionen" werden mehr und mehr als "gemachte" und sprachlich konstruierte Wirklichkeit(en) behandelt. Doch diese vielversprechende ontologische Sichtweise hat noch nicht zu einer methodisch befriedigenden empirischen Forschung "auf breiter Front" geführt.
Einen möglichen Weg der Spezifizierung der sprachorientierten Sozialgeographie bildet die Argumentationstheorie. Sie beschäftigt sich mit den alltäglichen Praktiken, Aussagen zu stützen - also Strittiges auf Unstrittiges zurückzuführen. Untersucht man so raumbezogene Aussagen, lassen sich dadurch nicht nur alltägliche Relevanzstrukturen erkennen (Wann wird über welches "Wo" geredet?), sondern es lässt sich auch unser implizites räumliches Wissen explizieren. Das alltägliche Geben und Verlangen von Gründen bildet den Zugang zur systematischen Explikation geographischer Weltbilder.
Am Beispiel des MDR und dessen Sendereihe "Geschichte Mitteldeutschlands" sollen die Argumentationsanalyse in ihrer Funktion und die Ergebnisse der Anwendung erläutert werden. Daraus werden abschließend Schlussfolgerungen für eine sprachanalytische Sozialgeographie getroffen.

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