Modellierung der Siedlungsentwicklung auf Teneriffa auf Basis von multikriteriellen Entscheidungsverfahren und Zellulären Automaten
Simone Naumann und Alexander Siegmund (beide Heidelberg)
Dienstag, 02.10.2007: 14:00-14:25 Uhr
Seit den 1960er Jahren geht auf den Kanaren ein sozioökonomischer Wandel von einer Agrar- zu einer Dienstleistungsgesellschaft vor sich. Die mit dem stetig wachsenden Tourismusboom (Zahl der Urlauber 1978: 1,3 Mio. und 2002: 4,8 Mio.) einhergehenden ökonomischen und sozialen Veränderungen haben weit reichende Auswirkungen auf den Natur- und Kulturraum, insbesondere auf der Insel Teneriffa.In der Arbeit wird die komplexe Siedlungsentwicklung auf Teneriffa mit Hilfe von Zellulären Automaten für einen Zeitraum von 25 Jahren simuliert. In die Modellierung fließen sowohl sozioökonomischen Daten (Tourismus-Boom, Bevölkerungsentwicklung, Migration) als auch physisch-geographische Parameter (Höhe, Hangneigung, Landnutzung und -bedeckung) ein.
Die Ergebnisse prognostizieren eine deutliche Zunahme der Siedlungsflächen vor allem im Süden der Insel und im Bereich der Hauptstadt. Die ökologischen Folgen dieser Expansionen sind u.a. Brachfallen landwirtschaftlicher Flächen, Rückgang der Biodiversität und Desertifikationserscheinungen. Das Modell wird mit Fernerkundungsdaten und nach unterschiedlichen Gütekriterien evaluiert.
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