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Pufferzonenmanagement in Schutzgebieten auf Kuba - Aktuelle Entwicklungen im Biosphärenreservat Cuchillas del Toa, Provinzen Guantánamo und Holguín (Kuba)

Peter Hasdenteufel (München)

Mittwoch, 03.10.2007: 10:10-10:35 Uhr

Seit der Teilnahme Kubas an der Konferenz von Río 1992 und mitbestimmt durch die weltpolitischen Veränderungen ist in der aktuellen kubanischen Umweltpolitik eine Umorientierung unter Berücksichtigung des Nachhaltigkeitsprinzips in allen Dimensionen zu beobachten. Im Rahmen des Reformkurses der kubanischen Regierung wurde im Jahre 1999 ein landesweites System von Schutzgebieten (Sistema Nacional de Áreas Protegidas - SNAP) eingerichtet, dessen Kern die 14 Nationalparks des Landes bilden.
Der Alexander von Humboldt Nationalpark, einer der bedeutendsten des Landes, umfasst die Kernzone des Biosphärenreservates Cuchillas del Toa in Ostkuba. Das Biosphärenreservat umfasst einen Teil der wichtig­sten Kerngebiete der Biodiversität auf Kuba und wird zudem als klassisches Zentrum des Endemismus angesehen. Das Gebiet des Nationalparks vereint aufgrund seines Erhaltungsgrades und der Komplexität der zahlreichen Ökosysteme (z.B. Regenwälder, Mangroven etc.) eine außerordentliche landschaftliche Vielfalt großer Schönheit und Eigenart. Die inneren Gebirgsregionen des Nationalparks sind nahezu unbesiedelt. Nutzung findet im Nationalpark im Rahmen einer verbindlichen Zonierung statt. Vor allem im Sektor Baracoa existieren aber kleinere ländliche Siedlungen. Hier findet in speziell ausgewiesenen Zonen landwirtschaftliche Nutzung in Form von Subsistenzwirtschaft der ansässigen Bevölkerung statt. Im Sektor La Melba werden untertage reichhaltige Chromlagerstätten in der Mine La Mercedita abgebaut. Weitere bergbauliche Aktivitäten sowie die forstwirtschaftliche Nutzung der ausgedehnten Waldbestände sind seit der Einrichtung des Nationalparks eingeschränkt. Die touristische Nutzung des Parks erfolgt nur beschränkt und ausschließlich im Sektor Baracoa.
Die aktuellen Aktivitäten des Managements beziehen sich hauptsächlich auf die Verbesserung der ökologischen und ökonomischen Verhältnisse in der Pufferzone des Nationalparks. Durch das Management des Nationalparks sollen Erträge aus dem Schutzgebiet auch den Gemeinden des direkten Umlandes bzw. der Region zu Gute kommen. Die dazu seitens der Schutzgebietsverwaltung verfolgten Ansätze zeigen teils erste Erfolge.
Die Darstellung der diesbezüglichen Bestrebungen im Rahmen dieses Vortrages soll zeigen, wie unter den teils ungünstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf Kuba der Schutz der Biodiversität und die Nutzung der biologischen Ressourcen miteinander in Einklang gebracht werden können.

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