"Entlangforschen": Herausforderungen politik-ethnographischer Forschung bei der Analyse von lokalen Partizipationsprozessen
Miriam Fritsche (Berlin)
Samstag, 29.09.2007: 16:05-16:30 Uhr
Will man nicht nur die gegenwärtige Situation in Stadtumbauquartieren abbilden, sondern lokale Partizipationsprozesse in ihrer Historie, ihrer "Gewordenheit" verstehen, bedarf es eines differenzierten Einsatzes qualitativer Instrumente. Diese müssen es leisten, das Zustandekommen von kollektiven Entscheidungen und deren Auswirkungen auf spätere Entscheidungen zu erklären. Bei der Erforschung von Bürgerbeteiligungsverfahren geht es um kommunikations- und interaktionsorientierte politische Praktiken und damit um die "kleinteilige Seite" der Politik, die oftmals durch eine hohe Informalität gekennzeichnet ist. Insofern ist ein "Entlangforschen" an lokalen Politikprozessen gefordert; dieses "Entlangforschen" bezieht sich auf Personen, Institutionen und Themen. Ethnographische Politikforschung als "starke" Variante teilnehmender Beobachtung über einen längeren Zeitraum hinweg ist eine solche Strategie: Sie setzt auf die Teilnahme und den Mitvollzug politischer Praktiken. Der Beitrag plant einen Aufriss der Besonderheiten und Schwierigkeiten, die sich in den verschiedenen Phasen einer konkreten politikethnographischen Forschung in zwei Stadtumbaustadtteilen ergaben.<< zurück zur Übersicht (FS 45)
