Uni-Bayreuth

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E4 Herausforderungen an einen modernen Naturschutz in Europa (German day)

Chair: Andreas Kruess, Peter Poschlod

Thursday, 13:30-14:15, H18, NWII

Der Naturschutz in Deutschland wie auch in Europa kann durchaus auf Erfolge zurückblicken, wird aber zugleich mit steigenden Herausforderungen konfrontiert.
Neu und in seinen Auswirkungen nur ansatzweise abzuschätzen ist der Klimawandel mit seinen Auswirkungen auf die biologische Vielfalt. Arealverschiebungen der Arten, Änderungen in der Häufigkeit und räumlichen Verteilung von Lebensräumen und die Auflösung biotischer Interaktionen sind nur einige der möglichen Folgen. Darüber hinaus bleibt aber festzustellen, dass bereits bekannte Gefährdungsursachen weiterhin fortbestehen und wesentlich dazu beitragen, dass es nach wie vor zu einem globalen und regionalen Verlust an Biodiversität kommt. Hierzu gehören der anhaltende Flächenverlust, die Landschaftszerschneidung, die anhaltende Intensivierung der Flächennutzung aber auch schleichende Prozesse wie die Eutrophierung.
Vor diesem Hintergrund und mit Blick auf das ambitionierte europäische Ziel, den anhaltenden Verlust der biologischen Vielfalt anzuhalten, erscheint es dringend notwendig, bisherige Strategien des Naturschutzes kritisch zu hinterfragen und gegebenenfalls anzupassen oder durch neue Strategien zu ersetzen. Gleiches gilt für die Zielsetzungen des Naturschutzes und dessen Stellenwert in der Gesellschaft. Voraussetzung für einen offensiven und progressiven Umgang mit dieser Situation ist die Erhebung, Aufarbeitung und Verknüpfung umfangreicher Datensätze, welche Szenarien ermöglichen, aufgrund derer sich realisierbare Ziele und hierfür notwendige Maßnahmen ableiten lassen. Die Verbindung von biogeographischen, autökologischen, populationsbiologischen, klimatischen, landschaftsökologischen und sozioökonomischen Informationen ist gefordert, um künftige Handlungskulissen des Naturschutzes abbilden zu können.
Zugleich sind sensible Artengruppen und Lebensraumtypen zu identifizieren. Aspekte des Erhalts von Ökosystemfunktionen werden eine größer werdende Rolle spielen. Die Analyse der Auswirkungen des Klimawandels und die Konzeption von Anpassungsstrategien des Naturschutzes müssen deshalb die funktionellen Eigenschaften und Rahmenbedingungen von Arten und Lebensgemeinschaften stärker berücksichtigen. Regional wird der Verlust einiger Arten und die Zunahme an Neobiota nicht gänzlich zu verhindern sein.
Für bislang seltene oder hinzukommende Arten werden neue Bewertungen benötigt, ebenso für bislang häufige und verbreitete Arten und Lebensraumtypen. Dieses Symposium hat zum Ziel, Probleme und Defizite der Naturschutzforschung darzustellen und Ideen für tragfähige Konzepte im Umgang mit zunehmender Variabilität von Umweltbedingungen und entsprechender Ungewissheit zu entwickeln.

 Donnerstag:
17.09.2009
1300
15
30 E4.O-1: Angelika Schwabe et al.: Erfolge bei der Vergrößerung fragmentierter gefährdeter Sandökosysteme durch Renaturierungsmaßnahmen
45 E4.O-2: Constanze Buhk et al.: Naturschutzfachliche Herausforderungen in Auen: Re-Dynamisierung und Vegetationsetablierung trotz fehlender Diasporenquellen. Der Besiedlungsprozess der Auwaldrenaturierung an der Mosel (Kyllmündung).
1400 E4.O-3: Kai Jensen et al.: KLIMZUG-Nord: Anpassungsstrategien an den Klimawandel für den Naturschutz in der Metropolregion Hamburg
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