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DESCRIPTION:Vorschlag Prof Zöller. Jede historische Wissenschaft benötigt e
 in Zeitgerüst\, das überlieferte Ereignisse nach ihrer chronologischen Abf
 olge ordnet. Erst dadurch lassen sich die Ereignisse untereinander in zeit
 liche Beziehung setzen und kausale Zusammenhänge erkennen sowie Dauer und 
 Geschwindigkeit von Vorgängen nachvollziehen. Dies gilt insbesondere für d
 ie Wissenschaften\, die sich mit schriftlosen Zeiträumen befassen\, also d
 ie geologischen und prähistorischen Disziplinen. Ihre Entwicklung war maßg
 eblich geprägt von den Fortschritten\, durch welche die Altersvorstellunge
 n über vergangene Epochen verbessert werden konnten. Ganz besonders hat di
 e Paläoanthropologie davon profitiert\, man könnte sogar treffend sagen\, 
 in den letzten 50 Jahren wurde sie durch die rasante Entwicklung der Chron
 ometrie revolutioniert. Das betrifft auch den Homo heidelbergensis aus Mau
 er. Otto Schoetensack hatte 1907 die Fundschicht des Homo heidelbergensis 
 in der Sandgrube Grafenrain in Mauer mit gutem geologischem Gespür als ver
 hältnismäßig alt erkannt. Er stufte sie aufgrund der Wirbeltierreste strat
 igraphisch in eine Warmzeit des älteren Mittelpleistozäns ein\, was auch n
 ach heutiger Vorstellung völlig korrekt ist. Neuere Erkenntnisse zu den za
 hlreichen Kleinsäugerfunden aus Mauer erlauben die Korrelation die Fundsch
 icht mit den marinen Sauerstoffisotopenstufen MIS-13 oder MIS-15\, was etw
 a 500.000 bzw. 600.000 Jahren entspricht. Paläontologische und geomorpholo
 gische Untersuchungen ermöglichen die detaillierte Rekonstruktion der Umwe
 lt des Homo heidelbergensis. Radiometrische Datierungen ergeben numerische
  Alter\, also direkt in Jahresangaben. Bisherige Versuche hatten nur gerin
 gen Erfolg\, aber neuere methodologische Entwicklungen ließen es viel vers
 prechend erscheinen\, diese Frage erneut anzugehen. Dies ist nun in Zusamm
 enarbeit mit Kollegen aus Paris und Freiberg geschehen\, und zwar mit zwei
  Methoden: kombinierte Elektronen-Spin-Resonanz/U-Reihe (ESR-US) an Säuget
 ierzähnen und Infrarot-Radiofluoreszenz (IR-RF) an Sandkörnern aus der Fun
 dschicht des Homo heidelbergensis. Aufgrund der neuen Datierungen gehört d
 er Mauerer Homo heidelbergensis in die MIS-15 Warmzeit. Er ist damit der e
 rste seiner Art in Europa und hat eine große Bedeutung für die Entwicklung
  der frühen europäischen Hominiden.  
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SUMMARY:Prof. Dr. Günther Wagner\, MPI - Heidelberger Akademie der Wissensc
 haften\, Archäometrie: Die erdgeschichtliche Stellung und Umwelt des Homo 
 heidelbergensis von Mauer
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