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PD Dr.Martina Meyering-VosPrivatdozentinBis 03/2013 bei Tierökologie I e-Mail: Martina.Meyering-Vos(at)uni-bayreuth.de |
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ForschungsbereichDie Metamorphose, Reproduktion und Entwicklung der Insekten werden durch Juvenilhormone gesteuert. Die Biosynthese und Sekretion der Juvenilhormone aus endokrinen Drüsen, den Corpora allata, wird durch neuronale und neurohormonale Signale des Gehirns kontrolliert. In den letzten Jahren wurden verschiedene Typen von Neurohormonen identifiziert, die die Funktion der Corpora allata beeinflussen und entweder hemmend (allatostat) oder stimulierend (allatotrop) wirken. Die ersten Allatostatine (AST) wurden 1989 bei Schaben entdeckt. Bisher wurden über 300 Allatostatine aus verschiedensten Insektenordnungen, aber auch aus anderen Arthropoden isoliert und identifiziert. Diese große Gruppe von Neuropeptiden kann anhand von charakteristischen, strukturelle Eigenschaften in drei Familien (AST-Typ A oder Phe-Gly-Leu-Amide; AST-Typ B oder W2-W9-bzw. W(X)6W-Amide und AST-Typ C oder Manse-Typ bzw.PISCF-OH Peptide) eingeteilt werden. Die Peptide scheinen multifunktionell zu sein, und wirken auf die Juvenilhormon- und Ecdysteroidbiosynthese, auf die Vitellogeninbiosynthese, auf Ionentransportprozesse und auf das Verdauungssystem. Daneben sind die allatoregulierenden Peptide Teil der großen Gruppe von myoaktiven Peptiden, zu denen u.a. auch die Sulfakinine gehören. Die Sulfakinine bilden eine interessante Insekten-Neuropeptidgruppe, da sie strukturelle Homologien zur Gastrin/Cholecystokinin-Familie der Vertebraten haben. Diese Vertebratenpeptiden wirken ebenfalls myoaktiv und kontrollieren darüber hinaus auch Verdauungsprozesse. Die Untersuchungsobjekte in meiner Arbeitsgruppe sind Gryllus bimaculatus, Mittelmeerfeldgrille (Ensifera, Gryllidae) und Spodoptera frugiperda, Heerwurm (Lepidoptera, Noctuidae).
Projekte:Identifkation von Neuropeptid-Gensequenzen aus der Mittelmeerfeldgrille, Gryllus bimaculatus und dem Heerwurm, Spodoptera frugiperda In den letzten Jahren wurden in unserer Arbeitsgruppe, z.T. in Kooperation mit Prof. F. Sehnal (Institut für Entomologie, Akademie der Wissenschaften, Ceske Budejovice, Tschechien) einige cDNA-Strukturen allatoregulierender Neuropeptidgene aus Gryllus bimaculatus und Spodoptera frugiperda molekular charakterisiert. Bei den Allatostatinen des A- und B-Typs werden mehrere Peptide jeweils von einem Precursor freigesetzt. Mögliche Zusammenhänge zwischen der Anzahl der Peptide, ihrer strukturellen Vielfalt und ihren Effekten wurden dargestellt. Auf dem Gen für die Allatostatine des Typs C und dem Gen des Allatotropins sind nur jeweils ein Peptid codiert. Einen weitereren Schwerpunkt meiner Arbeit bildet die Analyse von Sulfakiningenen. Von dem dazugehörigen Precursor aus Gryllus bimaculatus wurden zwei Peptide abgeleitet, die wie bei der Gastrin/Cholecystokinin Familie der Vertebraten ein C-terminales bioaktives Tyrosin aufweisen, das potentiell sulfatiert ist. Durch einen Vergleich der bisher bekannten Peptidstrukturen, den dazugehörigen Gensequenzen sowie der Identifikation von Homologien zwischen den Invertebraten- und Vertebratenneuropeptiden könnte ein Urahnen-Peptid abgeleitet werden. Bei diesen Arbeiten werden molekularbiologische und gentechnische Methoden verwendet (cDNA-Bibliothek, RACE, Klonierung, Fermentation, Southern und Northern Analysen, Sequenzalignment und phylogentische Analysen). |
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