Fortbildungen (Anmeldeschluss 1. März 2018)

Die Fortbildungen finden im Vorfeld der Tagung am Mittwoch, 21.03. 2018, auf dem Campus der RUB statt (Campusplan).

1. Anforderungen an die Planung von geothermischen Anlagen

Dr. Sven Rumohr, Dipl. Geol. Ingo Schäfer

10-17 Uhr

Die Anforderungen an die Planung, Bau und Betrieb geothermischer Anlagen wurden in den vergangenen Jahren stetig weiterentwickelt. Schaut man sich die Genehmigungspraxis, die Entwicklungen der VDI-Richtlinie 4640 sowie der einzelnen Länderleitfäden an, scheinen Anlage „von der Stange“ immer mehr der Vergangenheit anzugehören. Stattdessen sind heute häufiger denn je Geowissenschaftler und Ingenieure gefragt, welche eine Anlage nachvollziehbar dimensionieren, die genehmigungsrechtlichen Belange kennen sowie den Einbau fachlich betreuen.

In der Veranstaltung werden die wasser- und bergrechtlichen Anforderungen für den Einbau und den Betrieb von geothermischen Anlagen verständlich und unter geowissenschaftlichen Aspekten erläutert. Ebenso werden die aktuellen Entwicklungen in der VDI-Richtlinie 4640 vorgestellt sowie deren Auswirkungen auf die Planung von geothermischen Anlagen beleuchtet. Anhand von konkreten Beispielen sowie Vorgaben aus aktuellen Länderleitfäden werden die neusten Entwicklungen zum Thema „Qualitätssicherung in der oberflächennahen Geothermie“ dargestellt und diskutiert. Abschließend werden diese Anforderungen in Bezug auf das Arbeitsblatt DVGW W120-2 betrachtet und daraus entstehende Haftungsfragen aufgeführt.

Die Veranstaltung bringt die Teilnehmer/-innen auf den aktuellsten Stand und ist somit für Branchenkenner ebenso geeignet wie für Einsteiger. Der Kurs soll Planer gleichermaßen wie Behördenvertreter und ausführende Bohrunternehmen in die Lage versetzen, im Spannungsfeld „Erdwärmenutzung / Grundwasserschutz / Kundenansprüche“ sicher und kompetent zu agieren.

Es ist geplant, dass die Teilnehmer/-innen im Vorfeld des Kurses konkrete Fragen an die Referenten senden können. Diese Fragen werden nach Möglichkeit und Relevanz innerhalb des Kurses beantwortet bzw. diskutiert.

Die Veranstaltung erfüllt die Anforderungen des DVGW-Arbeitsblattes W 120-2 an Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen.

 

Teilnehmerzahl:   max.  25
Gebühr: 190,-€ (Doktoranden 160,-€, Studierende 90,-€)

 

2. Grundwasserneubildung: Prozesse, Entwicklungen, Einflüsse auf die Wasserwirtschaft

Dr. Johannes Meßer (Emscher Wassertechnik GmbH), Martin Becker (delta h), Prof. Dr. Wilhelmus H.M. Duijnisveld, Dr. Jörg Neumann (LfU Bayern)

10-17 Uhr

Die Grundwasserneubildung stellt eine wesentliche hydrogeologische Größe dar, die meist als Eingangsparameter für Untersuchungen zum Grundwasserhaushalt, Fragen der Grundwassergeschütztheit, prognostische anwendungsorientierte Fragestellungen z.B. der Siedlungswasserwirtschaft, bis hin zu Grundwassermodellierungen mit ihren vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten eingesetzt wird. Dieser wesentlichen Stellung in der Hydrogeologie möchte das Seminar durch die Vielfalt der Perspektiven, vorgetragen von verschiedenen Referenten, gerecht werden.

Die Grundwasserneubildung wird in diesem Seminar aus mehreren Perspektiven betrachtet:

  1. Als Prozess, dessen einzelne Systemelemente kritisch betrachtet werden müssen.
  2. Als hydrogeologische Größe, die von Boden- und Gesteinsparametern abhängig ist.
  3. Als hydrologische Größe, die von Klimaparametern bestimmt wird und wesentlicher Teil der Wasserbilanz ist
  4. Als wasserwirtschaftliche Eingangsgröße und Grundlage für die Modellierung anwendungsbezogener Fragestellungen von der Trinkwassergewinnung bis zur Siedlungswasserwirtschaft.

Im Seminar wird daher zunächst ein umfassender methodisch-konzeptioneller Überblick gegeben. Die zentralen Teile werden sich dann mit Fragestellungen des Bodenwasserhaushalts und der daraus resultierenden Grundwasserneubildung in Locker- und Festgesteinsaquiferen beschäftigen. Darauf aufbauend sollen spezielle wasserwirtschaftliche Aspekte der Grundwasserneubildung, z.B. im Siedlungsraum und im Zusammenhang mit der Wassergewinnung betrachtet werden. Einen besonderen Raum nehmen die Möglichkeiten und Grenzen der Modellierung unter Berücksichtigung der Unsicherheiten relevanter Einflussfaktoren ein.

Teilnehmerzahl:   max.  25
Gebühr: 190,-€ (Doktoranden 160,-€, Studierende 90,-€)