Exkursionen (Anmeldeschluss 15.02.2018)

Ex1:
Spurenstoffe und Einträge aus der Landwirtschaft im Einzugsgebiet der Talsperre Haltern

Das Wasserwerk Haltern – 1908 erbaut, heute eines der größten seiner Art in Europa - ist die Grundlage für die Trinkwasserversorgung von rund 1 Mio. Menschen, Gewerbe und Industrie in 20 Städten des nördlichen Ruhrgebietes, im Münsterland und in der Stadt Duisburg. Das bis zu 200 m mächtige Vorkommen der Halterner Sande bietet hierfür, geologisch und hydrologisch gesehen, gute Voraussetzungen. Die Versorgungssicherheit wird im Wesentlichen durch die künstliche Grundwasseranreicherung gewährleistet.

Vielfältige Nutzungen in den benachbarten Städten und Gemeinden sowie im ländlichen Raum stehen in Konkurrenz zu den Ansprüchen der Wasserwirtschaft und können sowohl die Qualität des Talsperren- als auch des Grundwassers beeinträchtigen. Eine bedeutende Rolle spielt hierbei die Landwirtschaft, die das rund 880 km2 große Einzugsgebiet der Talsperre Haltern zu drei Vierteln nutzt. Darüber hinaus existiert nördlich der Talsperre Haltern eine bedeutende Belastung des Grundwassers im Bereich einer ehemaligen Sprengstofffabrik durch sprengstofftypische Verbindungen, deren Ausbreitung in den letzten Jahren u.a. modelltechnisch untersucht wurde. Im Rahmen der Exkursion soll das Wasserwerk in seiner Funktionsweise sowie der aktuelle Stand der Untersuchungen zu den vorhandenen Gewässerbelastungen vorgestellt werden.

Leitung: Dipl.-Geol. Peterwitz und Dipl.-Geol. Böddeker (Gelsenwasser AG)
Teilnehmerzahl: max. 50 Personen
Zeitrahmen: Mittwoch, 21.03.2018, 12:00 – 18:30 Uhr
Hinweise: Bustransport
Kosten: 35 € pro Person

Talsperre Haltern 

 

Ex2:
Wasserversorgung und Braunkohlebergbau in der Niederrheinischen Bucht (Tagebau Garzweiler)

Der Tagebau Garzweiler liegt westlich von Grevenbroich und erstreckt sich bis in das südliche Stadtgebiet von Erkelenz. Seit 2006 bewegt er sich im Anschlussfeld Garzweiler II im Westen.

In dem Gebiet lagern in bis zu 210 Metern Tiefe etwa 1,2 Milliarden Tonnen Braunkohle, die bis 2045 abgebaut werden. Der Rohstoff ist in drei Flözen abgelagert, die zusammen durchschnittlich 40 Meter stark sind. Die Kohle, die zwischen rund 40 und 210 Metern tief im Boden liegt, dient ausschließlich zur Stromerzeugung in den nahe gelegenen Kraftwerken Frimmersdorf, Neurath und Niederaußem. Weite Teile des Abbaufeldes sind heute bereits vollständig rekultiviert. Dabei hat der Tagebau mit dem Hohenholzer Graben, dem Erholungsgebiet Kasterer See, der Königshovener Mulde, der Vollrather Höhe und dem Elsbachtal anerkannt wertvolle Naturräume hinterlassen.

Rund 80 Millionen Kubikmeter Sümpfungswasser (aus den Brunnen zur Trockenhaltung des Tagebaus) werden in RWE-eigenen Wasserwerken ähnlich wie Trinkwasser aufbereitet. Dieses sogenannte Ökowasser gleicht in bestimmten Gebieten die Folgen der Grundwasserabsenkung für den natürlichen Wasserhaushalt aus. Im Nordraum von Garzweiler –zwischen Mönchengladbach und der niederländischen Grenze – gibt es zahlreiche Feuchtgebiete, in denen der Wasserstand stabilisiert werden muss. Dazu wird gezielt und bedarfsgerecht Wasser in den Boden und in Gewässer geleitet.

Leitung: Dr. Wiebke Klauder (RWE)  
Teilnehmerzahl: max. 24 Personen
Zeitrahmen: Mittwoch, 21.03.2018, 12:00 – 18:00 Uhr
Hinweise: Bustransport, gutes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung benötigt
Kosten: 35 € pro Person

 Exkursionen

Ex3:
Exkursion zur bergmännischen Wasserwirtschaft im Ruhr-Revier

Im Ruhr-Revier wird bereits seit dem 12. Jahrhundert Steinkohle abgebaut. Vom oberflächennahen Pingenabbau in den Anfangsjahren erfolgt der Steinkohlenabbau in den letzten 150 Jahren im industriellen Maßstab. Zeugnisse dieser Entwicklung der Rohstoffgewinnung sind sowohl die Erbstollen als auch die Fördertürme mit den Grubenwassereinleitestellen in Ruhr, Emscher und Lippe.

Im Rahmen der Exkursion werden Erbstollen besichtigt, die nachweislich schon mehrere Jahrhunderte eine sichere Entwässerung des Gebirges gewährleisten. Auch nach Schließung der letzten Zeche im Jahr 2018 müssen die Erbstollen das Grubenwasser weiterhin sicher ableiten. Eine große Bedeutung für die langfristige Grubenwasserhaltung im Ruhr-Revier kommt den sog. Wasserhaltungsstandorten zu. So werden alleine am Standort der ehemaligen Zeche Robert Müser jährlich 8,5 Mio. m³ Grubenwasser gehoben und über die Harpener Teiche in die Ruhr geleitet. Ein Teil des geförderten Volumenstroms wird für die geothermische Energiegewinnung genutzt.

Neben den anthropogen geschaffenen Wasseraustrittsstellen erfolgt an Quellen eine natürliche Entlastung des basalen Deckgebirges. Alleine in Unna-Mühlhausen sind 40 Quellaustritte bekannt, die zum Teil artesisch gespannt sind und u.a. die älteste Mühle Westfalens betreiben. In Holzwickede befindet sich die Quelle der Emscher, dessen Vorflutfunktion im weiteren Verlauf durch das zentrale Ruhr-Revier durch die bergbaulichen Einflüsse nachhaltig beeinflusst wurde und wird.

Leitung: Prof. Dr. Christian Melchers (THGA Bochum)  
Teilnehmerzahl: max. 15 Personen  
Zeitrahmen: Mittwoch, 21.03.2018, 12:00 – 18:00 Uhr                                  
Hinweise: Bustransport  
Kosten: 35 € pro Person  
 Exkursionen
 

Ex4:
Wasserwirtschaft im Emschergebiet

Infolge des Bergbaus unterlagen weite Teile des Emschergebietes Bergsenkungen von bis zu 20 m. Seit 120 Jahren ist es Aufgabe der Emschergenossenschaft den Abfluss des Rein- und Schmutzwassers zu gewährleisten. Hierfür wurden Polderpumpwerke errichtet, die das Grund- und Oberflächenwasser in die Emscher bzw. ihre Nebenläufe fördern. Über 100 Pumpwerke mit einer Gesamtleistung von 520 m³/s entwässern mehr als ein Drittel des Einzugsgebietes.

Seit dem Rückzug des Bergbaus wurde eine Vielzahl von Gewässern vom Schmutzwasser befreit und ökologisch umgestaltet. Bis 2020 werden etwa 350 km Gewässer umgestaltet und 423 km Abwasserkanäle gebaut sein. Darunter auch der über 70 km lange Emscherkanal von Dortmund bis Dinslaken in einer Tiefe von 10 m bis 40 m und einem Durchmesser bis zu DN 2800. Hinzu kommen eine Vielzahl an Rückhaltebecken, Kläranlagen, Regenwasserbehandlungsanlagen und Anlagen zur Grundwasserbewirtschaftung.

Im Rahmen der Exkursion werden Polder- und Baumaßnahmen besichtigt.

Leitung: Dr. Johannes Meßer (Emscher Wassertechnik GmbH) und
Michael Getta (Emschergenossenschaft)
Teilnehmerzahl: max. 30 Personen
Zeitrahmen: Samstag, 24.03.2018, 13:00 – 18:00 Uhr 
Hinweise: Bustransport
Kosten: 35 € pro Person
 
 

Ex5:
Hydrogeologie, Bergbau und Wasserversorgung im Ruhrgebiet

Diese Exkursion zeigt die geologische, hydrogeologische und wasserwirtschaftliche Situation des Ruhrgebietes. Es werden die Effekte der Steinkohlengewinnung mit seinen Landsenkungen und den Auswirkungen auf die Vorflut vorgestellt. Unterschiedlich mineralisierte Grubenwasser, welche aus den Schachtanlagen und Erbstollen in die Oberflächengewässer fließen, werden besichtigt. Neben den karbonischen Kluftgrundwasserleitern wird ein artesischer Karstgrundwasserleiter der Kreidezeit besucht. Ergänzt wird dies durch eine Besichtigung von quartären Schichtquellen im mittleren Ruhrgebiet. An allen Exkursionspunkten mit „Wasserkontakt“ werden die Temperatur, die elektrische Leitfähigkeit und der pH-Wert gemessen. Zudem erfolgt eine detaillierte Beschreibung der angetroffenen Wasserchemie.

Leitung: Prof. Dr. Stefan Wohnlich und Prof. Dr. Frank Wisotzky
Teilnehmerzahl: max. 35 Personen
Zeitrahmen: Samstag, 24.03.2018, 13:00 – 18:00 Uhr 
Hinweise: Bustransport
Kosten: 35 € pro Person

 DZG 2007

 

Ex6:
Geothermische Nutzungen von Infrastrukturen und Grubenwässern des Steinkohlenbergbaus

Das Ruhrgebiet verfügt mit seinen mehr als 180 ehemaligen Steinkohlezechen im tieferen Untergrund über ausgedehnte Hohlraumstrukturen mit einer Ausdehnung von mehreren hundert Quadratkilometern. Diese Strukturen sind zum Teil bereits geflutet, zum Teil steht der Flutungsprozess unmittelbar bevor. An mehreren Standorten in Bochum, Essen und Marl finden bereits aktive Folgenutzungen des Grundwassers in früheren Grubengebäuden für eine zukünftige Energiegewinnung und -speicherung statt. Die 1/2-tägige Exkursion zeigt exemplarisch die Möglichkeiten auf für eine Integration bergbaulicher Strukturen in die Konversion der Fernwärmesysteme an der Ruhr von fossilen hin zu erneuerbaren Energieträgern.

Leitung: Prof. Dr. Rolf Bracke (Geothermiezentrum Bochum)
Teilnehmerzahl: max. 16 Personen
Zeitrahmen: Samstag, 24.03.2018, 13:00 – 18:00 Uhr 
Hinweise: Bustransport
Kosten: 35 € pro Person