Öffentlicher Abendvortrag

Tauchfahrten in geflutete Bergwerksschächte des Rheinischen Schiefergebirges

 

Stefan Wohnlich, Thorsten Gökpinar, Georg Wieber, Marion Stemke

 

Zusammenfassung

In der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts wurden in Deutschland die letzten Erzbergwerke stillgelegt und verschlossen. Der während der Abbauphase künstlich abgesenkte Grundwasserspiegel stieg nach der Stilllegung bis auf Ursprungsniveau wieder an. Dadurch wurden die Tiefbausohlen und Schächte geflutet und dem Zugriff des Menschen wieder entzogen. Am Lehrstuhl Angewandte Geologie der Ruhr-Universität Bochum wurden zum Zweck der Schachterkundungen zwei Unterwasserkameras gebaut und eingesetzt. Der Vortrag bringt erstmals faszinierende Bilder dieser seit einem halben Jahrhundert versunkenen bergmännischen Arbeitswelt. Während die Einbauten der Bergwerke oberhalb des Wasserspiegels weitgehend wieder entfernt wurden, sind diese unter Wasser noch erhalten und die Bilder und Videosequenzen machen den langsam vonstattengehenden Verfall der Einbauten sichtbar. Viele Bilder zeigen, wie plötzlich der Abbau eingestellt wurde, vergessene Werkzeuge liegen noch wie gerade abgelegt auf den Balken und noch mit Erz beladene Hunte warten an den Füllorten.

Es sind jedoch auch neue Welten entstanden, die durch unterirdische Strömungen und hydrochemische Vorgänge erzeugt wurden. So schweben Ausfällungen und verrottendes Material in den Schachtwässern, am Boden und auf den Quereinbauten sammelt sich abgesunkener Schlamm und entgasendes CO2 blubbert zur Oberfläche.

Neben der Beschreibung des Zustandes werden aber auch die Möglichkeiten zur Nutzung der im Untergrund durch den Bergbau entstandenen großen Wasserreservoire aufgezeigt und die Auswirkungen auf die Oberflächenwässer diskutiert.

DZG 2007  

Abendvortrag

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23.03.2018, Uhrzeit und Lokalität werden zeitnah bekanntgegeben.

Der Abendvortrag ist öffentlich, eine Registrierung für die Konferenz ist daher nicht erforderlich.