Hydrogeologie im Einflussbereich einer postglazialen Großmassenbewegung

Reinhard Maxbauer1
1 Geologie, Universität Salzburg

P 19.7 in Young Hydrogeologists forum

Zusammenfassung:

Im Rahmen dieser Arbeit wurden die hydraulischen Verhältnisse einer tiefgreifenden Großmassenbewegung innerhalb der oberostalpinen Grauwackenzone untersucht. Im Fokus stand dabei das Einzugsgebiet der über Brunnen im Talboden betriebene Trinkwasserversorgung der Gemeinde Saalbach Hinterglemm im Salzburger Pinzgau.

Die Arbeiten konzentrierten sich auf den nördlichen Bereich des Schongebietes (Nordhang des Saalachtales) und umfassten eine Fläche von 8,5km2 auf Seehöhen zwischen 1000-1819Hm. Die Abgrenzung des Untersuchungsgebietes beruht auf den unterschiedlichen geologischen Gegebenheiten nördlich und südlich des Flusses Saalach. Während die am Südhang anstehenden Sandsteine als eher geringdurchlässig eingestuft wurden und daher hier oberflächlicher Abfluss dominiert, weist der Nordhang durch ausgedehnte Lockergesteinsbedeckung und eine tiefgreifende Massenbewegung gute hydraulische Durchlässigkeiten auf und wird daher als Haupteinflussfaktor für die Grundwasserneubildung im Talgrundwasserkörper betrachtet.

Eine detaillierte geologische und hydrologische Aufnahme des Projektgebietes ergab eine Gruppierung von Quellaustritten entlang dreier Quellhorizonte. Der erste Horizont liegt auf einer Höhe zwischen 1000-1150Hm, der zweite zwischen 1250-1400Hm und der dritte zwischen 1500-1650Hm. Anhand hydrographischer Daten wie Niederschlag, Verdunstung und Oberflächenabfluss wurde eine Wasserbilanz für das betrachtete Einzugsgebiet erstellt.

Im Sommer und Herbst 2017 wurden zwei Probenahmekampagnen an 23 Probennahmestellen durchgeführt.

Anhand der analysierten hydrochemischen Parameter konnte eine Gruppierung der Quellewässer vorgenommen werden, die erste Anhaltspunkte auf unterschiedliche Einzugsgebiete und Fließsysteme liefert. Mittels hydrochemischer Modellrechnungen wurden Sättigungsindizes für Kalzit und CO2-Partialdruck der Wässer bestimmt, um mit Hilfe dieser Parameter Hinweise auf die relative Höhenlage der Infiltrationsgebiete zu erlangen (Hilberg, 2011).

Die Ergebnisse dieser Arbeit sollen (1) zum besseren Verständnis über die hydraulischen Verhältnisse innerhalb einer tiefgreifenden Großmassenbewegung beitragen und (2) die Anwendbarkeit der Methodik der Bestimmung von Quelleinzugsgebieten mit Hilfe von Kalzit-Sättigung und CO2-Partialdruck in diesem speziellen geologischen Setting überprüfen.



Hilberg, S.: Anwendung hydrochemischer Modellrechnungen zur Bestimmung von Infiltrationsgebieten – Fallbeispiel Reißeck (Oberkärnten, Österreich). In: Grundwasser – Zeitschrift der Fachsektion Hydrogeologie (2011) 16: 25–36, S. 32. Springer, (2011)