Erstellung eines Hydrogeologischen Standortmodells im Bereich des Endlagers für radioaktive Abfälle Morsleben

Otto Rüber1, Stephan Kistinger2
1 delta h Ing. GmbH, Parkweg 67, 58453 Witten
2 Brenk Systemplanung GmbH, Heider-Hof-Weg 23, 52080 Aachen

P 3.5 in Deep geothermal energy and deep groundwater

Vom zum damaligen Zeitpunkt für die Sicherstellung und Endlagerung radioaktiver Abfälle zuständigen Bundesamt für Strahlenschutz wurde die Stilllegung des Endlagers für radioaktive Abfälle Morsleben (ERAM) beantragt. Teil der eingereichten Planunterlagen sind dichteabhängige Grundwassermodellrechnungen zur Ermittlung der Transportpfade und –zeiten potenzieller Radionuklidausträge im Fall eines langfristigen Volllaufens der Schachtanlage, einem ehemaligen Salzbergwerk, nach ihrem Verschluss.

Im Auftrag des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft und Energie Sachsen-Anhalt erfolgt gegen­wärtig die Prüfung des Antrags. Zur Überprüfung der Ergebnisse der vorgelegten Grundwasser­modellrechnungen soll eine unabhängige Modellierung auf der Basis des aktuellen geologischen Kenntnisstandes erfolgen.

Inzwischen liegen die Neukartierung des Blatts 3732, Helmstedt, der GK25 von Sachsen-Anhalt sowie zusätzliche Profilschnitte vor. In der Komplexität der geologischen Strukturen gehen diese neuen Darstellungen deutlich über die früher genutzte Modellvorstellung hinaus. Daher wurde im Auftrag des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft und Energie Sachsen-Anhalt ein Geologisches Strukturmodells erstellt, das diese neue Darstellung der geologischen Situation berücksichtigt. Hierzu ergab sich die Notwendigkeit der Neukonstruktion aus den Daten der Geologischen Karte 1:25.000, aller vorliegender Profilschnitte sowie der Bohrungsdaten.

Das Strukturmodell und das daraus entwickelte Standortmodell sollen dem Aufbau eines dreidimensionalen Grundwassermodells zur Durchführung alternativer dichteabhängiger Transportmodellrechnungen dienen. Mit diesen soll geprüft werden, ob Ausbreitungsszenarien unter den unterschiedlichen geologischen Modellvorstellungen vergleichbare oder signifikant unterschiedliche Resultate liefern.

Das vorgestellte Strukturmodell deckt eine Fläche von 64 km² ab und umfasst den Flächenverband aus hydrogeologisch relevanten Schicht- und Störungsflächen. Dargestellt werden die Grundlagen und der Aufbau des dreidimensionalen Strukturmodells.

3D-Visualisierung des Strukturmodells mit transparenter Darstellung der Schichtflächen und deutlich erkennbarem Störungssystem.
3D-Visualisierung des Strukturmodells mit transparenter Darstellung der Schichtflächen und deutlich erkennbarem Störungssystem.