Die Schwindequelle - Größte Lockergesteinsquelle in Niedersachsen

Eva González1, Jörg Elbracht1, Melanie Witthöft1
1 L3.6 Hydrogeologie, Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie

P 19.6 in Young Hydrogeologists forum

Die Schwindequelle  nahe der Ortschaft Schwindebeck ist ein beliebtes Ausflugsziel und Naturwunder in der Lüneburger Heide (http://www.naturpark-lueneburger-heide.de).

Der im Durchmesser etwa 5 m große und bis 50 cm tiefe Quelltopf (RW: 32574407, HW: 5887528) befindet in einem Tal bei etwa 52 m NN auf der linken Seite des Schwindebaches. Das Quellwasser fließt dem Schwindebach zu, die Quelle ist jedoch nicht seine Ursprungsquelle. Der Untergrund ist geprägt durch die quartärzeitlichen Vereisungsphasen. Durch das klare Wasser kann man bis auf den Grund der Quelle sehen und dort die Austrittstellen des Quellwassers erkennen. Am Rand des Quelltopfes sammeln sich blaugrüne und rote Ablagerungen, durch die sich ein einzigartiges Farbspiel ergibt. Die Schwindequelle ist neben der Ruhmequelle im Harz (Schüttungsmenge im Durchschnitt 2000 l/s; http://www.ausflugsziele-harz.de) eine der wasserreichsten Quellen und die größte Lockergesteinsquelle in Niedersachsen.

Trotz der Größe und geotouristischer Bedeutung lagen bisher kaum Untersuchungen zu dieser Quelle vor. Im Rahmen einer Masterarbeit am Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) erfolgte im Zuge der hydrogeologischen Landesaufnahme an der Schwindequelle im Zeitraum 2014/2015 eine hydrogeologische Fallstudie. Dazu wurden Abflussmessungen durchgeführt und Proben des Quellwassers und der angrenzenden Oberflächengewässer entnommen und analysiert. Mittels eines 3D-Modells wurde die hydrogeologische Situation dargestellt. Die Untersuchungen erfolgten mit Blick auf die Fragen: Wodurch wird dieser Wasseraustritt ausgelöst? Und wie groß ist die tatsächliche Quellschüttung?

Aus den Ergebnissen geht hervor, dass es sich bei der Schwindequelle nach Treskatis & Tauchmann (2013) um eine absteigende Quelle vom Typ „morphologische Überlaufquelle“, mit einer ganzjährig konstanten Schüttungsmenge handelt. Im langjährigen Mittel liegt die Schüttungsmenge bei 50 l/s, in besonders nassen Zeiträumen können Spitzenwerte von über 60 l/s erreicht werden. Im direkten Vergleich mit anderen Quellen in Niedersachsen, wie beispielsweise der Kraterquelle Bad Nenndorf, die mit etwa 2 l/s (173.000 Liter pro Tag) schüttet (Der Deister, ohne Jahr), wird die Besonderheit der Schwindequelle deutlich.

Die Temperatur des Quellwassers liegt konstant bei 9,3 °C. Im Gegensatz dazu unterliegen die Durchflussmenge und die Vor-Ort-Parameter des Schwindebaches einer starken jahreszeitlichen Schwankung. Außerdem geht aus den Analysedaten der Wasserproben hervor, dass die Wasserbeschaffenheit des Schwindebaches durch das zuströmende Quellwasser beeinflusst wird.

links: Ganglinien von Schwindequelle (schwarz) und Schwindebach (grau) im Messjahr 2014/2015; rechts: Lage der Messpunkte Schwindequelle und Schwindebach
links: Ganglinien von Schwindequelle (schwarz) und Schwindebach (grau) im Messjahr 2014/2015; rechts: Lage der Messpunkte Schwindequelle und Schwindebach



Sinnwell, E., (2016): Die Hydrogeologie der Schwindequelle. – Masterarbeit, Leibniz Universität Hannover (unveröff.)

González, E., Elbracht, J. (2017): Die Hydrogeologie der Schwindequelle. – GeoBerichte (in Bearbeitung), Hannover

Treskatis, C. & Tauchmann, H. (2013): Quellfassungsanlagen zur Trinkwasserversorgung - 673 S.; DIV (München).

Der Deister: http://www.deister.de/content/stadtportraet_bad_nenndorf.html

http://www.ausflugsziele-harz.de/ausflugsziele-sehenswertes/natur-nationalpark/rhumequelle-herzberg.htm

http://www.naturpark-lueneburger-heide.de