Räumlich und zeitlich hochaufgelöstes Grundwassertemperaturmonitoring in einem Wohnquartier mit starker oberflächennaher geothermischer Nutzung – Erkenntnisse und Lehren

Thomas Vienken1, Manuel Kreck1, Peter Dietrich1
1 UFZ - Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung

P 7.2 in Groundwater temperatures in urban areas - monitoring, managing and understanding anthropogenic influences

Zur Erfassung möglicher Grundwassertemperaturänderungen durch die intensive Nutzung oberflächennaher Geothermie wurde in enger Kooperation mit dem Umwelt- und Verbraucherschutzamt der Stadt Köln ein räumlich und zeitlich hochaufgelöstes Grundwassertemperaturmonitoring in einem Wohngebiet im Kölner Westen mit starker oberflächennaher geothermischer Nutzung initiiert. Aufgrund der hohen Nutzungsdichte, der geringen Installationstiefen der hauptsächlich verbauten Erdwärmesonden sowie der überwiegenden Nutzung zu Heizzwecken ist das ausgewählte Wohngebiet sehr gut für ein entsprechendes Monitoring geeignet. Dafür wurden insgesamt 7 Grundwassertemperaturmessstellen sowie zwei Bodentemperaturmessstellen installiert und mit umfangreicher Messtechnik ausgestattet. Gegenüber den Anstromtemperaturen zeigen die Messreihen in den drei Abstrommessstellen  eine leichte Abnahme der gemessenen Grundwassertemperaturen, die sich auf die geothermische Nutzung zurückführen lässt.  Interessant dabei ist, dass sich die über einen Zeitraum von ca. 4 Jahren gemessenen Temperaturverläufe mit Ausnahme der zwei Anstrommessstellen deutlich unterscheiden. Daher muss hinterfragt werden, wie repräsentativ gemessene Grundwassertemperaturen im urbanen Raum sind und welche Anforderungen an die Standortwahl und den Ausbau von Grundwassertemperaturmessstellen im urbanen Raum gestellt werden sollten.