Nitrateintrag und Prognose zum Nitratabbau im Wassergewinnungsgebiet Holsterhausen/Üfter Mark der RWW mbH

Felix Ortmeyer1, Axel Bergmann2, Frank Wisotzky1
1 Lehrstuhl Angewandte Geologie, Ruhr-Universität Bochum
2 Rheinisch Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH

P 13.3 in Nitrate and the importance of denitrification for water supply

In Deutschland ist die häufigste Ursache für die Belastung des Grundwassers der Eintrag von Nitrat. Auch im Wassergewinnungsgebiet Holsterhausen/Üfter Mark werden im Grundwasser seit Jahren hohe Nitratkonzentrationen gemessen, die zum Teil weit über dem Grenzwert der Trinkwasserverordnung liegen. Die Rohmischwässer der beiden Brunnengalerien Holsterhausen und Üfter Mark weisen jedoch noch unterhalb des Grenzwertes liegende Nitratkonzentrationen auf.

Um die zurückliegenden Nitrateinträge zu ermitteln, wurden zunächst vorhandene Grundwasseranalysen aus dem Zeitraum von Mai 1993 bis Dezember 2016 ausgewertet. Hier lag neben der Nitratkonzentration vor allem das Interesse auf den Reaktionsprodukten Sulfat und CO2-gesamt, die auf einen Nitratabbau hindeuten können. Zur Ermittlung der Nitratabbaukapazität des Grundwasserleiters erfolgte eine Beprobung der Lockergesteine aus sieben Bohrungen, die auf ihre Gehalte an Pyrit-Schwefel und organischem Kohlenstoff analysiert wurden. Anhand der ermittelten Gehalte wurde eine Nitratverlagerungsgeschwindigkeit berechnet. Somit konnte prognostiziert werden, dass ein vollständiger Nitratdurchbruch an den Brunnen der Galerie Holsterhausen in mehreren hundert Jahren erwartet wird. Weiterhin wurde mit den vorhandenen Sedimenten ein Kreislaufsäulenversuch durchgeführt, bei dem eine Nitratreduktion nachgestellt wurde, um das Abbauvermögen des Grundwasserleiters zu bestimmen. Dabei wurde eine organotrophe Nitratreduktion als dominierender Prozess festgestellt, der mit PHREEQC nachmodelliert werden konnte.