Das geothermische Potential der Tiefenaquifere auf der Arabischen Halbinsel

Heiko Dirks1, Tilman Mieseler1
1 Dornier Consulting

P 3.1 in Deep geothermal energy and deep groundwater

Der Arabische Schelf im Osten der Arabischen Halbinsel wird von einer bis zu 10 km mächtigen Sedimentschicht aufgebaut. Deren Aquifere werden intensiv für die Gewinnung von Trinkwasser und landwirtschaftliche Bewässerung genutzt. Die tiefsten Trinkwasserbrunnen nutzen den Obertriassischen Minjur Aquifer im Stadtgebiet Riads und sind bis zu 2,500 m tief (Wasserspiegel 400 m u GOK). Das Wasser hat eine Temperatur von etwa 70°C an der Oberfläche und eine Salinität von 3,000 ppm, bei hohen Entnahmeraten von bis zu 70 l/s. Die Schichten fallen nach Osten hin ein, der geothermische Gradient wird grösser. In von Dornier Consulting durchgeführten Forschungsbohrungen in der Rub Al Khali Wüste wurden in den kretazischen Sandsteinen des Wasia Aquifers in 2,650 m Tiefe >100°C heißes Wasser gefunden, das am Brunnenkopf einen artesischen Druck von 9.6 bar aufbaut und in Auslauftests mit 125 l/s und einer Wassertemperatur von noch 95°C austrat. Die Salinität war mit nur 3,400 ppm sehr gering. Basierend auf diesen und anderen Bohrungen wurde eine geothermische Potentialkarte für die östliche Arabische Halbinsel erstellt. Während Bereiche mit >100°C Wassertemperatur potentielle Standorte für die Stromerzeugung darstellen, könnte Grundwasser ab 70°C z.B. zur Entsalzung (MED Verfahren) von Grund- oder Meerwasser verwendet werden.